Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Interview

Reinhold Bilgeri: „Ich war verdammt, Hits zu schreiben“

Reinhold Bilgeri: „Rational weiß ich, dass dieses Posing ein Kasperltheater ist.“
Reinhold Bilgeri: „Rational weiß ich, dass dieses Posing ein Kasperltheater ist.“Die Presse/Clemens Fabry
  • Drucken

„Das geile Schwitzen auf der Bühne will ich nicht missen“, sagt der Rockmusiker Reinhold Bilgeri. Mick Jagger ist sein großes Vorbild – und seine Tochter Laura, „von der ich so viel lerne und die viel begabter ist als ich“. Wann er sie verloren hat und wie sein „Bruder“ Michael Köhlmeier auf seinen ersten Roman reagiert hat, sagte er der „Presse am Sonntag“.

Mit dem Alter wird man gelassener, heißt es. Gilt der Satz auch für Sie?

Reinhold Bilgeri: Ja, im Alter entwickelt man einen gewissen Gleichmut, wirklich. Dieser Narzissmus, der bis zu einem gewissen Grad notwendig ist, um etwas zu erreichen, fällt mit der Zeit in sich zusammen. Heute kann ich über mich selber lachen. Das hat damit zu tun, dass ich eine Tochter habe, die blitzgescheit ist – und viel, viel begabter als ich. Von ihr lerne ich jeden Tag.

Was lernen Sie von Ihrer Tochter?

Das Leben nicht so ernst zu nehmen. Sie ist immer gut drauf. Schon als kleines Kind habe ich zu ihr gesagt: Schatzi, wir müssen im Leben einen Sinn finden, sonst gibt es nämlich keinen. Das hat sie damals sofort begriffen. Immer wieder sagt sie zu mir: „Papa, es ist nicht schlimm, wenn einmal etwas schiefgeht. Nimm es nicht tragisch.“ Sie ist 27 Jahre alt und hat eine alte Seele.

Sie sagten, wenn man erfolgreich sein will, muss man ein Narzisst sein. Warum?