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Haus- und Erwebsarbeit

In Finnland arbeiten Männer und Frauen erstmals gleich viel

Berufstätige Männer bringen im Schnitt gar etwas mehr Zeit für die Kinderbetreuung auf als berufstätige Frauen. 
Berufstätige Männer bringen im Schnitt gar etwas mehr Zeit für die Kinderbetreuung auf als berufstätige Frauen. (c) IMAGO/Addictive Stock (IMAGO/Antonio Ovejero)
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Die Gesamtarbeitszeit von Männern und Frauen, mitsamt Job, Familie und Haushalt, befindet sich in Finnland erstmals auf gleichem Niveau.  Stereotype Geschlechterrollen werden jedoch nicht überwunden.

Ob etwa die pandemische Krise die Chancengleichheit von Männern und Frauen fördert oder verschleppt hat, darüber ist man sich in der Wissenschaft und Politik weitgehend uneins. Care-Arbeit ist in den meisten europäischen Ländern jedenfalls (noch) mehrheitlich Frauensache, Frauen in Führungspositionen sind häufiger alleinstehend und kinderlos. In Finnland aber scheint sich die Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Männern und Frauen mehr und mehr anzugleichen. Im Jahr 2021 hätten Männer wie Frauen in etwa gleich viel Zeit mit Arbeit verbracht, wenn man bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammenrechnet, heißt es vonseiten des finnischen Statistikamts. In der Vergangenheit war die Gesamtarbeitszeit bei Frauen höher.

Immer noch gibt es Unterschiede bei der Aufteilung von unbezahlter und bezahlter Arbeit, die Kluft verringert sich jedoch. Ein Blick auf die Erwerbstätigen verrät, Männer in einem bezahlten Job arbeiten dem Statistikamt zufolge im Schnitt eine halbe Stunde länger als Frauen. Die Zeit, die Männer für eine solche bezahlte Arbeit aufwenden, nimmt aber ab, gleichzeitig steigt jene Zeit, die in Haushalts- und Familienarbeit investiert wird. Täglich elf Minuten länger kümmern sich Männer heutzutage und Haushalt und Kind(er) als früher. „Die Zeit, die Männer für die Erwerbsarbeit aufwenden, ist zurückgegangen, während die Zeit für die Hausarbeit zugenommen hat“, liest es sich in der Erklärung der nationalen Behörde.

Haushalts-Männersachen

Indessen hat die Zeit, die Frauen in die Hausarbeit investieren, abgenommen. Trotzdem wenden sie immer noch mehr Zeit dafür auf als Männer - und zwar im Schnitt jeden Tag 37 Minuten mehr. So die Zahlen des Statistikamts aus dem Jahr 2020. Berufstätige Männer bringen im Schnitt gar etwas mehr Zeit für die Kinderbetreuung auf als berufstätige Frauen. 

Wie sich die Haushaltsaufgaben verteilen, ist immer noch klischeebehaftet. Frauen putzen und kochen deutlich mehr, auch spülen sie eher Geschirr. Männer hingegen wenden sich Reparatur- und Wartungsarbeiten zu. Trotz der zeitlichen Angleichung halten sich Gender-Stereotype hartnäckig. Einzig das Einkaufen scheint sich gleichmäßig auf Männer und Frauen aufzuteilen.

(evdin)