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Ausbildung

Jungforscher in Österreich weiterhin oft prekär beschäftigt

Franz Neumayr/APA
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Herausforderungen für Jungforscher an Österreichs Hochschulen sind vor allem befristete Anstellungsverhältnisse, Erwartungsdruck und fehlende langfristige Karriereperspektiven.

Die meisten Forschenden sind in Österreich an Hochschulen beschäftigt. Gemäß der Sonderauswertung der Academic Profession in a Knowledge Society (APIKS)-Daten durch die Universität für Weiterbildung Krems unter 5.270 Befragten, hat davon nur ein Drittel eine unbefristete Stelle.

An den Fachhochschulen sind es 44 Prozent, an den privaten Universitäten 60 Prozent und an den Pädagogischen Hochschulen der höchste Anteil mit 70 Prozent. Unterteilt in Fachgruppen, gibt es die wenigsten unbefristeten Stellen in den Ingenieurswissenschaften, Technologie und den Naturwissenschaften. Nur ein Drittel der Forschenden darf sich in diesen Disziplinen über einen unbefristeten Vertrag freuen. Den höchsten Anteil gibt es in der Medizin und den Gesundheitswissenschaften - mit 63 Prozent.

Tendenz steigend: Unter den Nachwuchswissenschaftern ist der Anteil an Befristungen mit 70 Prozent insgesamt deutlich höher als unter Senior Academics (12 Prozent).

Befristete Verträge sorgen für höhere Unzufriedenheit

Befristet angestellte Personen sind der Studie zufolge mit den Vertragsbedingungen und der allgemeinen Situation als Wissenschafter deutlich unzufriedener als Forscher mit unbefristetem Vertrag. Insgesamt sind mit der Arbeitssituation an der Hochschule sowohl unter den (überwiegend mit Werkvertrag beschäftigten) Vortragenden als auch (meist befristeten) jungen Wissenschaftlern und (meist unbefristeten) Senior Academics etwas mehr als die Hälfte zufrieden. Während die interessante Arbeit und selbstständige Forschungsgestaltung besonders positiv bewertet werden, werden Arbeitsplatzsicherheit und Karrieremöglichkeiten schlecht eingestuft.

Vor allem Beschäftigte an den öffentlichen und privaten Universitäten spüren neben hohen Erwartungen an die wissenschaftliche Qualität ihrer Arbeit und an die Einhaltung von Förderrichtlinien laut der Befragung auch Druck zum Einwerben von Drittmitteln. Besonders hoch sind die Erwartungen in puncto Drittmittel in den Agrar- und den Ingenieurswissenschaften/Technologie.

Erhoben wurden auch die Karriereperspektiven: Während 73 Prozent der Junior Academics eine akademische Karriere an einer Hochschule anstreben würden, halten es nur 59 Prozent auch für realistisch, dass sie in fünf Jahren einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Tätigkeit an einer Hochschule nachgehen werden.

Nachhaltige Personalstrukturplanung als Pflicht?

Die in der Studie beschriebenen Herausforderungen bestünden dabei nicht nur am Beginn der Karriere, sondern treffen generell auch einen Großteil der Nicht-Professoren, betont das Forschungsteam und warnt vor den Folgen. „Die prekären Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen können sich nicht nur negativ auf die Attraktivität österreichischer Hochschulen als Arbeitgeber auswirken, sondern auch zu erheblichen Standortnachteilen führen“, sagt Forschungsleiterin Franziska Lessky.

Maßnahmen in der Vergangenheit - etwa die Änderung der Kettenvertragsregelung mit einer Befristung von nunmehr höchstens acht Jahren - haben aus Sicht der Arbeiterkammer keine Verbesserung gebracht. In der Praxis bringe die Neuregelung vielmehr einen massiven Verlust von Knowhow und erschwere längerfristige Forschungsvorhaben zusätzlich.

Durch die Teuerung erwartet die Arbeiterkammer Wien zusätzlich eine Verschlechterung der Situation. Die Universitäten haben wegen Inflation und der zu erwartenden Steigerung der Personalkosten 1,2 Mrd. Euro zusätzlich für 2023 und 2024 gefordert, vom Ministerium sind jedoch nur 500 Millionen zusätzlich eingeplant. Der von den Universitäten angekündigte Aufnahmestopp für neue Mitarbeitende bzw. die Nicht-Verlängerung befristeter Verträge werde den wissenschaftlichen Nachwuchs besonders stark treffen, warnt die AK Wien.

Sie fordert, dass die Hochschulen künftig zu einer „nachhaltigen Personalstrukturplanung“ verpflichtet werden, mit Entwicklungsperspektiven für Jungforscher, einer umfassenden Novellierung der Kettenvertragsregeln im Universitätsgesetz und genug Mittel für bessere Betreuungsverhältnisse.

(APA/red.)