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Temporäre Vasektomie

Verhütungsgel für Männer - ein Meilenstein?

Ein Gel, das die Spermien im Samenleiter am Weg nach draußen hindert, stellt einen möglichen Wendepunkt in puncto Verhütung dar. Im Gegensatz zur Vasektomie ist die Wirkung vorübergehend.

Es wäre eine Weltneuheit. In einer australischen Klinik versucht man sich aktuell im Rahmen einer Studie an einem Verhütungsmittel für Männer. Ein Gel soll Kinderkriegen nicht dauerhaft unmöglich machen, aber temporär. Expertinnen und Experten sprechen von einer Art „temporäre Vasektomie“. Die Vasektomie ist die Sterilisation des Mannes, hierbei werden die Samenleiter an zwei Stellen durchtrennt, das Teilstück dazwischen wird entfernt. Der Weg ist für Spermien damit blockiert.

Ähnliches soll auch das Verhütungsgel zur Folge haben. Das Mittel wird direkt in die Samenleiter injiziert und unterbindet so den Samentransport. Eine stationäre Aufnahme in ein Spital ist nicht nötig, nach Angaben des Gel-Herstellers Contraline dauert die Prozedur keine halbe Stunde, unter Verwendung eines Lokalanästhetikum.

Nach etwa zwei Jahren soll das Hydrogel vom Körper abgebaut worden sein, die Prozedur kann auf Wunsch wiederholt werden.

Dreijährige Studie

25 Teilnehmer zählt die sogenannte „ADAM-Studie“ im Epworth Freemasons Hospital in Melbourne. Die Männer werden regelmäßig Gesundheitskontrollen unterzogen, zudem werden sie drei Jahre lang Sperma-Proben abgeben. Die Ejakulation ist vom Gel nicht beeinträchtigt, die Samenflüssigkeit wird durchgelassen. Auch auf die Gefühlsempfindung soll es keine Auswirkungen geben. Die blockierten Spermien werden vom Körper selbst wieder abgebaut.

„In der drei Jahre andauernden Studie werden wir untersuchen, ob sich das Hydrogel als nicht permanente, aber lang anhaltende Verhütungsmethode für Männer bewährt“, so der Hauptautor der Studie Nathan Lawrentschuk, Urologe von Epworth Freemasons, in einer Aussendung.

Sollte sich das Gel als sicher erweisen, könnte dies dem Studienleiter zufolge einen „Wendepunkt“ darstellen. „Die Empfängnisverhütung liegt dann in der gemeinsamen Verantwortung von Paaren.“ Die Forschung zur Antibabypille für den Mann konnte bisher jedenfalls lediglich erste Erfolge an Mäusen verbuchen.

(evdin)