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Ihre Meinung

Mitreden: Die Fußball-WM in Katar boykottieren – ja oder nein?

Die Fußballweltmeisterschaft in Katar ist äußerst umstritten. Wie stehen Sie zum Austragungsort? Und welche Konsequenzen ziehen Sie daraus? Diskutieren Sie mit!

Dieses Wochenende startet die Fußballweltmeisterschaft im Emirat Katar. Und die Stimmung war schon einmal besser. Dass die WM diesmal aufgrund des Austragungsorts besonders umstritten ist, zeigt sich immer mehr. So werden etwa auch in Wien kaum Public Viewings angeboten, was einerseits natürlich an der Jahreszeit liegt, andererseits aber auch an moralischen Bedenken, wie aus der Gastrobranche zu vernehmen ist.

In der Fußballnation Frankreich erklärten zahlreiche Städte - darunter Paris, Straßburg und Bordeaux - heuer auf die öffentliche Übertragung zu verzichten. "Dieser Wettbewerb hat sich allmählich in eine menschliche und ökologische Katastrophe verwandelt, die mit den Werten, die wir durch den Sport und insbesondere den Fußball vermittelt sehen wollen, unvereinbar ist", hieß es etwa in einer Erklärung der Stadt Bordeaux.

Je näher die WM rückte, umso mehr kritische Stimmen wurden auch im Bereich des Profifußballs laut. So übte ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick erst kürzlich Kritik: „Für mich gehören Weltmeisterschaften in Länder vergeben, in denen es Fußball gibt, wo es Fußballfans und Interesse für Fußball gibt, und wo sich die Situation nach so einer WM auch nachhaltig verbessert - für das Land und sportlich. All diese Kriterien sind dort nicht gegeben.“ Peter Pacult sprach von einem unfassbaren Fehler, das Turnier in der Wüste stattfinden zu lassen. Und er fragte - mit Blick auf Ex-Fifa-Chef Sepp Blatter, der heute von einem Fehler spricht: „Wo waren jene in den letzten fünf Jahren, die jetzt vom Boykott reden?“

Blicken wir zurück: Am 2. Dezember 2010 wurde dem Emirat vom Fußballweltverband Fifa die Austragung zugesprochen. Das war sogar für viele Funktionäre überraschend, weil es bei der Fifa-internen Evaluierung an letzter Stelle aller Kandidaten gereiht war. Berichten zufolge soll Frankreich damals die Finger groß im Spiel gehabt haben, wie „Presse"-Sportressortleiter Markku Datler berichtet. Wegbereiter der Katar-EM soll Insidern zufolge die Uefa gewesen sein, Überzeugungsarbeit soll der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy geleistet haben.

Katar, das erste erste muslimische und arabische Land, das eine Fußball-WM austrägt, steht schon lange in der Kritik - wegen Menschenrechtsverstößen und des Umgangs mit Gastarbeitern. Klaus Höfler schreibt in einer Reportage: „Katar protzt als Schauplatz der Fußball-WM mit Superlativen und ist doch umstritten. Der Sport schießt die Menschenrechte ins Abseits."

Zugleich baut das Land auch abseits der WM seinen internationalen Einfluss immer weiter aus - nicht zuletzt wegen des begehrten Flüssiggas. Wie das kleine Emirat zum mächtigen Global Player wurde, zeichnet Wirtschaftsredakteur David Freudenthaler nach.

Podcast-Schwerpunkt zum Thema

>>> Die WM der Schande (1): Wie das kleine Katar so mächtig werden konnte
Christine Mayrhofer und David Freudenthaler über Macht und Millionen im Wüstenstaat.

>>> Die WM der Schande (2): Darf man sich auf diese Fußball-WM freuen?
Anna Wallner spricht mit Markku Datler und Christoph Gastinger darüber, ob ein Boykott etwas bringt und wer im Finale stehen könnte.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler und „Presse"-Kolumnist Philipp Lahm hat sein Urteil jedenfalls gefällt: „Die WM in Katar ist ein Fehler“. Die Spiele wird der sich trotzdem ansehen. Warum er das macht, lesen Sie in seinem Gastbeitrag.

(sk)

Diskutieren Sie mit: Was halten Sie vom diesjährigen Austragungsort der Fußball-WM? Hat es auch positive Seiten, dass die Weltmeisterschaft in Katar stattfindet? Und: Boykottieren Sie dieses Jahr das Event?