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Gummihersteller

Semperit ist wieder ein Sorgenkind

Hydraulikschläuche, Förderbänder und Handläufe für Rolltreppen sind rentabel, Gummihandschuhe machen Semperit Sorgen.Andreas Hofer/Semperit Group
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Seit Jahren will sich Semperit von seiner Medizinsparte trennen. Doch das Sorgenkind mauserte sich in der Pandemie zur Cashcow. Nun sind die Sorgen zurück.

Wenn dieser Tage von Übergewinnen die Rede ist, dann geht es in der Regel um Energiekonzerne, die unverhofft von der aktuellen Energiekrise profitieren. Als der niederösterreichische Gummi- und Kautschuk-Konzern Semperit am Höhepunkt der Coronapandemie Rekordgewinne verbuchte, war von Übergewinn oder gar Gewinnabschöpfung noch keine Rede. Damals sorgte ausgerechnet die Medizinsparte für Jubel bei Semperit.

Wobei Medizinsparte etwas hochtrabend klingt. Es handelt sich ja dabei schlicht um die Produktion von Gummihandschuhen, die in Covidzeiten plötzlich nicht nur in Krankenhäusern, sondern allerorts gefragt waren.
Schnell war vergessen, dass die Herstellung von OP-Handschuhen im niederösterreichischen Wimpassing ein Anachronismus ist. Selbst die vergleichsweise günstige Produktion in der Fabrik im malaysischen Kamunting war vor der Pandemie kaum rentabel gewesen.

Doch die Kritik am Management verstummte schnell. Von wegen Semperit habe zu lang unprofitable Werke mitgeschleppt, habe Entscheidungen hinausgezögert. Von „trostlosem Bild“, wie es Analysten formuliert hatten, konnte keine Rede sein. Das fast 200 Jahre alte Traditionsunternehmen durchbrach plötzlich die Eine-Milliarde-Euro-Umsatzmarke. Der unverhoffte Geldregen ließ das Management umdenken. Der geplante Verkauf der Medizinsparte wurde kurzerhand abgeblasen.

Am Mittwoch präsentierte Semperit seine Zahlen für die ersten drei Quartale dieses Jahres. Und die sind schlecht.