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Brüssel-Briefing

Die seltsame Liebe der EU-Kommission zur Uefa

Seit Jahren schließt die Brüsseler Behörde „Kooperationsabkommen“ mit dem mächtigen Fußballverband. Und seit Jahren werden politisch heikle Fragen dabei ignoriert: von Steuerprivilegien bis zur Beihilfe der Uefa bei der dubiosen Vergabe der WM an Katar.

Wenn man das Berlaymont-Hauptgebäude der Europäischen Kommission betritt, wozu man eine Sicherheitskontrolle samt Scanner sowie zwei mit Magnetchip gesicherte Drehtüren und eine elektronisch geregelte Schranke passieren muss, gelangt man linkerhands zum sogenannten VIP Corner. Das ist eine kleine Bühne mit zwei Dolmetscherkabinen und einer kleinen Tribüne, auf der Journalisten, allen voran Kameraleute, Platz nehmen können, wenn ein Kommissar oder gar die Präsidentin anlässlich des Besuches einer mehr oder weniger wichtigen Person etwas verkünden und dabei in Bild und Ton dargestellt werden möchte, sich aber keinen oder höchsten zwei oder drei Fragen dazu stellen will.

Vorigen Monat, genauer gesagt: am 6. Oktober, wohnte ich dort zufällig einem bemerkenswerten Ereignis bei. Die tägliche Mittagspressekonferenz der Kommission war soeben zu Ende gegangen, ich wollte rasch zurück vor meinen Computer, als ich im VIP-Corner zwei Herren vor mehreren Kameras und einigen gaffenden Sicherheitsleuten posieren sah. Der eine, Margaritis Schinas, Vizepräsident der Kommission und als solcher mit dem nicht unoriginellen Arbeitsauftrag der „Förderung des europäischen Lebensstils“ (sowie Migration, Gleichheit und Diversität) ausgestattet, war mir seit Jahren wohlbekannt. Den anderen, Aleksander Čeferin, Präsident der Uefa, kannte ich nur aus den Medien. Was taten die da?