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Interview

Werner Kogler: „Der Weltverband Fifa war ein mafiöser Verein“

Werner Kogler weiß, wie viel seit 1998 oft gefehlt hat, damit es Österreich wieder zur Fußball-WM schafft.
Werner Kogler weiß, wie viel seit 1998 oft gefehlt hat, damit es Österreich wieder zur Fußball-WM schafft.GEORG HOCHMUTH / APA / picturede
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Katar hätte die Fußball-WM nie bekommen dürfen, sagt Sportminister Werner Kogler. Die Reise nach Doha lässt er aus, schließt Olympia in Österreich nicht aus und sieht Chancen, Fördergelder an Compliance-Regeln zu knüpfen.

Die Presse: Am Sonntag startet die Fußball-WM in Katar. Ist es richtig, dass ein so wichtiges Sportereignis in einem Land stattfindet, in dem Menschenrechte nachrangig sind?

Werner Kogler: Die Entscheidung ist falsch, Katar hätte diese WM nie bekommen dürfen – die miserable Menschenrechtssituation war ja damals schon evident. Was man bei der Vergabe 2010 aber gesehen hat, ist, dass der Weltverband Fifa zu diesem Zeitpunkt ein mafiöser Verein war. Da gibt es ja sogar Buchtitel dazu, die unbehelligt erschienen sind – und ich würde mich dem anschließen. Wie sind denn die Entscheidungsstrukturen der Fifa? Das ist das eine. Das andere: Zwölf Jahre später kommen Boykottstimmen auf. Da darf man sich nicht wundern, dass das Ereignis stattfinden wird.

Fliegen Sie nach Katar?

Ich wäre auch nicht hingefahren, wenn sich Österreich qualifiziert hätte – das muss ich ehrlicherweise sagen. Da gibt es zwar viele Zugänge, auch solche anderer Sportminister aus der EU, die hinfahren und das mit Kritik vor Ort verbinden. Aber für mich ist es wie bei den Winterspielen in China, zu denen ich auch nicht geflogen bin. Nur wenn es Chancen gibt, vor, während oder nach so einer Reise Kritik an die richtigen Stellen adressieren zu können, ergibt es Sinn. Wichtig ist, vor Ort nicht so zu tun, als ob nichts wäre.

Angesichts der Größe, ja Perversion von Großereignissen, egal ob Olympia, EM oder WM: Glauben Sie, dass so ein Event je wieder in Österreich laufen könnte?