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Expedition Europa

Sie friert wirklich gegen Putin

Ihr asturisches Hotelzimmer, klagte die ukrainische Künstlerin am Rande eines Festivals, sei viel zu warm. Sie heize schon seit 24. Februar nicht mehr.

Ich lernte die Frau der Stunde neulich am Rande eines asturischen Kulturfestivals kennen. An der Künstlerin faszinierte mich, wie umstandslos sich ihr Gesicht vom Strahlenden ins Schattige und wieder zurück verwandeln konnte: von anspruchsvollstem Idealismus („Ich fliege nicht, ich esse kein Fleisch“) in gallige Misanthropie („Ich mag keine Kinder, es gibt schon zu viele auf der Welt“). Besonders beeindruckend war, dass sie ihre deutsche Wohnung seit dem 24. Februar nicht mehr heizte. Ich drehe auch dauernd am Thermostat herum, aber hier fror wirklich jemand gegen Putin.

Asturien, „das grüne Spanien“, durch das Kantabrische Gebirge vom ausgedörrten, mit Portugal um jeden Tropfen verbliebenen Flusswassers ringenden Kastilien getrennt, erschien mir vom Rest Europas abgeschieden: alle Autokennzeichen spanisch, alle Fernsehsender spanisch, fast nur Spanisch zu hören, sogar die meisten Münzen zeigten den (nach Abu Dhabi geflohenen) Ex-König Spaniens.