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Schneechaos in New York: Zehn Stunden am Rollfeld

USA WEATHER BLIZZARD
(c) EPA (Andrew Gombert)

Weiter Chaos auf New Yorks Flughäfen: Passagiere können Maschinen stundenlang nicht verlassen, Tausende finden keine neuen Flüge. Australien evakuiert unterdessen wegen Hochwasser ganze Dörfer.

Die jüngsten Wetterkapriolen halten die Menschen rund um den Erdball weiterhin in Atem. Während die USA und Europa in Schneemassen versinken, treten nach heftigem Regen in Australien die Flüsse über die Ufer.

Am Dienstag fegte ein Blizzard mit teilweise über 100 Stundenkilometern über Neuengland im Nordosten der USA hinweg und brachte der Region bis zu 60 Zentimeter Schnee.

Nachdem der Flugverkehr an den drei größten New Yorker Flughäfen am Sonntag eingestellt worden war, konnten am Montag und Dienstag wieder erste Maschinen starten. Zahlreiche gestrandete Reisende dürften aber noch bis Ende der Woche festsitzen, da alles ausgebucht ist. Insgesamt waren rund 1500 Flüge gestrichen worden.

Bis zu zehn Stunden am Rollfeld

Am Flughafen John F. Kennedy mussten Passagiere bis zu zehn Stunden auf dem Rollfeld warten, bis sie die Maschinen verlassen konnten. In einem Flugzeug der Linie Cathay Pacific sei während der Wartezeit der Proviant ausgegangen, sagte Abi Subramanian, der nach einem Urlaub im kanadischen Vancouver nach New York zurück geflogen war. Er habe sich vor allem Sorgen um seine zwei Monate alte Tochter gemacht. "Wir bekommen bald Probleme. Es gibt nichts mehr für sie zu essen", sagte er der Nachrichtenagentur AP per Telefon, kurz bevor er das Flugzeug verlassen konnte.

Merja Nevalainen-Giesen und ihr Ehemann Michael Giesen hingen am Mittwoch auf dem Chicagoer Airport O'Hare fest. Die Deutschen war auf dem Weg nach New York, wo das Paar Silvester feiern wollte. Während Nevalainen-Giesen schwor, nie mehr im Winter zu reisen, fügte sich ihr Mann in sein Schicksal: "Das ist die Natur. Vielleicht müssen wir lernen, dass man die Natur nicht steuern kann und dass wir auf sie hören müssen."

Chaos in New Yorks Innenstadt

Auch in der Innenstadt von New York herrschten zum Teil chaotische Zustände. Busse, Autos und Züge steckten in den Schneemassen fest. Auch Krankenwagen kamen nicht durch. Etliche Bewohner beschwerten sich, dass die Räumarbeiten in Seitenstraßen sowie in den Außenbezirken vernachlässigt würden.

Im Stadtteil Brooklyn musste eine Frau über 30 Stunden auf die Rettungskräfte warten, nachdem sie sich am Sonntag den Knöchel gebrochen hatte. Er habe den Sanitätern helfen müssen, seine Frau über die ungeräumte Straße und eine Schneewehe zu tragen, sagte ihr Ehemann. Nach Angaben des nationalen Wetterdienstes war der Blizzard der sechst schwerste Sturm in New York seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1869.

20.000 Passagiere sitzen in Moskau fest

Nach einem Eisregen am Montag saßen in Moskau noch bis zu 20.000 Passagiere am größten Flughafen Domodedowo fest. Wegen Stromausfällen mussten sie die Nacht in abgedunkelten Hallen verbringen. Medienberichten zufolge wurde nicht einmal für die Versorgung mit Nahrungsmitteln gesorgt.

Auf Anweisung von Präsident Dmitri Medwedew soll die Staatsanwaltschaft nun prüfen, ob die Betreiber des Flughafens damit gegen Gesetze verstoßen haben.

Tausende Australier werden ausgeflogen

Australien stöhnt nach heftigem Regen unter den Wassermassen. Am Mittwoch evakuierten die australischen Streitkräfte das Dorf Theodore im Staat Queensland und flogen mit Hubschraubern insgesamt 1000 Menschen aus der überschwemmten Region im Osten Australiens aus.

"Das Wasser wird mit Sicherheit noch weiter steigen", sagte Bezirksbürgermeisterin Mareen Clancy. "Die Pegelstände haben einen neuen Rekord erreicht und wir wissen nicht, was passieren wird". Die Ortschaften Emerald und Bundaberg in Queensland bereiteten sich bereits auf eine Evakuierung vor.

Insgesamt wurden im Staat Queensland wegen der Überschwemmungen rund 300 Strecken für den Verkehr gesperrt, darunter zwei der wichtigsten Schnellstraßen nach Brisbane. In der Landwirtschaft hat der Regen bereits Schäden in Höhe von 300 Millionen Euro angerichtet.

 

(Schluss) lor

(APA)