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Opernkritik

Unter Raben: „Macbeth“ im Dunkeln

In reduzierter Umgebung: Simon Keenlyside als Macbeth, Anna Pirozzi als Lady Macbeth.Staatsoper/Michael Pöhn
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Barrie Koskys karge, doch starke Inszenierung von Verdis „Macbeth“ wurde an der Staatsoper wiederaufgenommen. Unter den Darstellern beeindruckte besonders Anna Pirozzi als Lady Macbeth.

Eine gekrümmte Gestalt am Boden, ganz von Rabenkadavern bedeckt. Nackte Hexen, die Macbeth bedrängen. Hochgeworfene Federn. Ein schwarzer Tunnel als alles beherrschendes Bühnenbild. Reduziert ist ein Hilfsausdruck für Barrie Koskys 2021 an der Staatsoper zur Premiere gebrachten, aus Zürich importierten Inszenierung von Verdis „Macbeth“.

Von Anfang bis Ende herrscht pure Düsternis, nicht nur Raben erinnern an Hitchcock ebenso wie an den allgegenwärtigen Tod. Für das Bankett reichen ein paar Faschingsschlangen, die von der Seite in Richtung Königspaar hineingeworfen werden. Den Tod bringen oft die Unheil verheißenden Vögel, deren Federn im Finale auch aus Macbeths Körper herausgerissen und in die Luft geworfen werden. Bedrohung und Prophezeiung kommt von einem nackten Statistenpulk, der Chorgesang anfangs von den seitlichen Gassen, was die mystische Stimmung noch unterstreicht. Und mehr braucht Kosky auf der Bühne auch nicht, um die Geschichte zu erzählen. Für ihn steht klar der psychologische Aufruhr der Protagonisten im Fokus. Umso mehr sind starke Singdarsteller gefragt, bei dieser Wiederaufnahme standen sie zur Verfügung.