WM in Katar

Das Lehrstück für die arabischen Autokraten

Die Formen des Protests sind vielfältig.
Die Formen des Protests sind vielfältig.(c) Reuters
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Auch andere Golfstaaten planen sportliche und politische Großereignisse – von der Klimakonferenz über die WM 2030 bis zu den asiatischen Winterspielen.

Istanbul. Wenn in Katar der Fußball rollt, schauen die reichen und ebenfalls autokratisch regierten Nachbarländer genau hin. Auch sie wollen in den kommenden Jahren mit sportlichen und politischen Weltereignissen auftrumpfen. Das Beispiel Katar zeigt Staaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Saudi-Arabien aber auch, dass das Interesse der internationalen Öffentlichkeit viel Kritik an Menschenrechtsverletzungen und anderen Missständen mit sich bringen kann.

Neue Stadien, Autobahnen und Metro-Verbindungen wurden für die WM aus dem Boden gestampft. Die Stadien werden wegen der hohen Temperaturen von mehr als 30 Grad klimatisiert, was nach Angaben der katarischen Behörden klimaneutral geschehen soll: Kurz vor der WM nahm Katar eine Solaranlage von 800 Megawatt in Betrieb, die Strom für den Betrieb der Klimaanlagen in den Arenen liefern soll.

Sonne, viel Geld und die Bereitschaft, es auszugeben, gibt es auch in den VAE und Saudiarabien. Der saudische Thronfolger, Mohammed bin Salman, gehörte am Wochenende zu den ersten hochrangigen Gästen, die in Katar eintrafen.

WM 2030 in Riad, Kairo und Athen?

Die VAE sind im kommenden Jahr Gastgeber der Welt-Klimakonferenz COP28. Saudiarabien richtet 2029 die asiatischen Winterspiele aus. Die Retortenstadt Neom am Roten Meer, die für 500 Milliarden Dollar gebaut werden soll, wird nach den saudischen Plänen das Skifahren in der Wüste möglich machen. Die Spiele sollen in Trojena stattfinden, einer geplanten Anlage nahe bei Neom in den Bergen, wo die Temperaturen im Winterhalbjahr unter Null Grad sinken.

Der saudische Kronprinz Salman hat auch die Fußball-WM im Visier. Er will, dass sein Land die WM 2030 zusammen mit Ägypten und Griechenland organisiert; der ägyptische Staatschef, Abdel Fattah al-Sisi, traf am Sonntag ebenfalls in Katar ein. Das ölreiche Saudiarabien ist bereit, viele Kosten für Griechenland und Ägypten für die WM 2030 mitzutragen, und hofft bei der Standortvergabe durch die Fifa auf Stimmen aus drei Regionen des Weltverbandes: Asien, Afrika und Europa.


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