Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Asyl

Asylstatistik: Rekordjahr 2015 übertroffen

89.867 Anträge wurden seit Jänner 2022 gestellt.

Wien. Die aktuelle Asylstatistik des Innenministeriums weist mit Stand Oktober eine Verdreifachung der Zahlen im Vergleich zum Vorjahr aus: Bis Ende Oktober haben 89.867 Männer und Frauen in Österreich um Asyl angesucht. Im bisherigen Rekordjahr 2015 waren es 88.340. In dieser Statistik nicht eingerechnet sind die kriegsvertriebenen Ukrainerinnen und Ukrainer. Sie fallen unter die EU-Richtlinie „Temporärer Schutz“.
Ein Großteil der Asylanträge werde laut Innenministerium aktuell von Menschen gestellt, die aus wirtschaftlichen Gründen illegal einreisen. Sie haben damit praktisch keine Chance auf einen positiven Bescheid. Das zeigt sich auch an der hohen Zahl an Ablehnungen: Bis Ende Oktober wurden knapp 60.000 Fälle rechtskräftig negativ entschieden. 27.597 Personen haben sich 2022 dem Verfahren entzogen und Österreich selbstständig verlassen.


Bei rund 40 Prozent führt die Einreise visafrei über Serbien. Das Land hat nach einem Treffen von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP), dem serbischen Staatschef Aleksandar Vučić sowie Ungarns Victor Orbán angekündigt, die Visaregeln an jene der EU anzugleichen. Tatsächlich brauchen seit Sonntag Menschen aus Tunesien für Serbien ein Visum. Indien, aus dem gerade ebenfalls eine große Zahl an Menschen nach Europa kommt, soll bis Jahresende folgen.

Karner-„Bombe“ vor Besuch

Die Forderung der EU-Kommission nach einer „unverzüglichen“ Aufnahme der EU-Mitglieder Kroatien, Bulgarien und Rumänien in den Schengenraum will Nehammer vor dessen Reise nach Kroatien am Mittwoch vorerst nicht kommentieren. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat diese bereits klar abgelehnt: Wenn ein System nicht funktioniere, könne dieses nicht noch größer gemacht werden, sagte Karner im ORF-Radio am Samstag. Daher gebe es von ihm „ein klares Nein“. Die kroatische Tageszeitung „Jutarnji list“ bezeichnete Karners Aussagen daraufhin als „Bombe“. (red./APA)