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Reportage

Irans lautes Schweigen beim englischen Kantersieg

Iraner singen die Hymne nicht
Irans Spieler, vereint in Stille.APA/AFP/FADEL SENNA
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Fußballerisch konnten Irans Spieler beim 2:6 gegen England kein Zeichen setzen. Sehr wohl aber, als sie bei der Hymne stumm blieben.

Es fällt schwer, sich bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft in Katar auf den Fußball zu freuen, geschweige denn sich darauf zu konzentrieren. Das war bis zum Anpfiff des Spiels zwischen England und Iran nicht anders.

Kapitän Harry Kane verzichtete schweren Herzens auf das Tragen der „One Love“-Binde und ersparte sich damit eine Gelbe Karte. Stattdessen zierten zwei Wörter Kanes Binde. „No discrimination.“ Das war von der Fifa hochoffiziell abgesegnet. Man wartet auf den Tag, an dem der Weltverband selbst nach diesem Motto lebt. Oder ist es keine Diskriminierung, wenn das Tragen der „One Love“-Binde unerwünscht ist und mit Konsequenzen gedroht wird?

Auch den Iran beschäftigen abseits des Fußballplatzes andere, sehr viel wichtigere Themen. Beim Abspielen der Hymne schwieg die Nationalmannschaft eisern. Es war ein Zeichen der Solidarität mit den Regime-Kritikern in der Heimat. Auf den Tribünen des Education City Stadiums sah man weinende Frauen – im Iran selbst allerdings nichts davon. Der Staatssender hatte seine Live-Übertragung während der Hymne unterbrochen.