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Musikgeschichte

Travestie in der Oper: „Is schon ein Mandl“

Nicht nur Baron Ochs im „Rosenkavalier“ muss auf der Bühne heute oft genau hinschauen, um zu erkennen, mit wem er es zu tun hat.

Wir können die Dinge zurückverfolgen bis zu Lotte Lenya. Die musste ja wissen, wie alles gemeint war: Komponist Kurt Weill war ihr Ehemann. Unter seinen Augen (und Ohren) und denen von Bert Brecht spielte und sang sie die Seeräuber-Jenny anlässlich der Uraufführung der „Dreigroschenoper“. Die Lenya hat in Liedprogrammen auch die Moritat von Mackie Messer gesungen. Der Schlager war von Anbeginn sozusagen „unisex“. Die Rolle ist es mittlerweile auch. Oder sollte man sagen: die Rollen? In der Volksoper gibt Sona MacDonald demnächst den Mackie. Und, ausgleichende Gerechtigkeit, Oliver Liebl firmiert auf dem Abendplakat als Spelunken-Jenny.

Volksopern-Chefin Lotte de Beer liebt derlei Verwirrspiele. Ihre Ära sollte mit einer Neufassung der „Fledermaus“ beginnen. Man wartete auf ein Skript von Maria Happel, die nicht nur inszenieren, sondern auch den Frosch spielen sollte. Doch Happel sagte im letzten Moment ab. Stefanie Reinsperger realisierte immerhin den Intendantinnen-Traum von der „Fröschin“.

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