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Gewerbehalle

Asyl: Vorarlberg gibt Pläne für 150-Personen-Großquartier auf

Der Grundstückbesitzer pocht auf Nutzungsbeschränkungen, wonach das Wohnen in der Halle ausgeschlossen ist. Die Suche nach Großquartieren geht nun weiter.

Das Land Vorarlberg hat die Pläne zur Anmietung einer Gewerbehalle in Schwarzach (Bez. Bregenz) als Unterkunft für 150 Flüchtlinge aufgegeben. Wie die Vorarlberger Tageszeitungen und ORF Radio Vorarlberg am Mittwoch übereinstimmend berichteten, pocht der Grundstückbesitzer auf Nutzungsbeschränkungen, wonach das Wohnen in der Halle ausgeschlossen ist. Der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) erklärte daraufhin das "Aus" für das Projekt.

Das erst am Dienstag publik gewordene Vorhaben hatte hohe Wellen geschlagen. Schwarzachs Bürgermeister Thomas Schierle (Bürgerliste "Für Schwarzach") sah sich übergangen, verteilte ein Flugblatt an die Haushalte der Gemeinde und überlegte rechtliche Schritte. Gantner und Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) waren um Beruhigung bemüht. Solange die Zustimmung des betreffenden Grundeigentümers nicht vorliege, "kann man da auch nichts errichten", hatte Wallner Dienstagmittag betont - ehe die Absage des Grundeigentümers erfolgte. Er habe keine Ahnung, wo die Information hinausgegangen sei, "jedenfalls ist sie zu einem Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gelangt, zu dem sie dort nichts verloren hat", so Wallner.

Wöchentlich 40 neue Plätze bis Weihnachten

Nichtsdestotrotz wird das Land weiter die Augen nach Großquartieren offen halten. Drei Unterkünfte mit jeweils mehr als 100 Personen gibt es nach Angaben von Gantner bereits. Laut "Vorarlberger Nachrichten" sind in Vorarlberg aktuell etwa 3100 Flüchtlinge untergebracht, gemäß dem Verteilungsschlüssel sollten es 4000 sein. 57 Prozent von ihnen stammen aus der Ukraine. 2015 wurden in Vorarlberg acht Quartiere mit über 100 Betten betrieben.

Bis Weihnachten werde das Land dem Wunsch des Bundes nachkommen, wöchentlich 40 neue Plätze zu schaffen. "Das geht noch über kleine Quartiere", so der Landeshauptmann. "Aber wenn der Flüchtlingsstrom 2023 nicht sehr abebbt, brauchen wir größere Unterkünfte", stellte Wallner fest.