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Katrin Nussmayr will die Klassikwelt besser verstehen und stellt Fragen.

Klassik für Taktlose: Wer kopiert hier wen?

Richard Georg Strauss 1864 1949 German composer and conductor born at Munich Photograph of Str
Er setzte sich für Urheberrechte ein - und stolperte selbst über eine abgeschriebene Melodie: Richard Strauss (1864-1949).(c) imago/United Archives International (imago stock&people)
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Wenn eine Mahler-Melodie verdächtig nach Brahms klingt, eine Strawinsky-Szene wie ein bekannter Wiener Walzer und die Cembali bei Bach dasselbe spielen wie die Geigen bei Vivaldi: Ein Streifzug durch die spannendsten Plagiatsfälle der Klassik-Geschichte.

Ob gestohlen, geliehen, gesampelt, gewürdigt oder zitiert: In der Popmusik werden die Debatten um allzu ähnliche Melodien und Rhythmen nicht selten vor Gericht geführt. Und in der Klassik? In dieser Folge von „Klassik für Taktlose“ widmen sich Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz einigen Komponisten, die ebenfalls auf Melodien anderer setzten – und damit meist unbeschadet davon kamen.

Denn Unrechtsbewusstsein und Urheberrechtsgesetze gab es lange nicht – dafür ein ganz anderes Verständnis von der „Leistung“ eines Komponisten. Mithilfe zahlreicher Hörproben wird in dieser Folge erkundet, wie ein Wiener Walzer in ein Strawinsky-Ballett fand, wie allerlei Komponisten über vermeintliche „Volkslieder“ stolperten, welche fremden Noten Gustav Mahler in seiner Schreibtischlade hatte – und ob es sein kann, dass zwei Komponisten vielleicht auch nur zufällig gerade dieselbe Idee hatten.

Die Presse/Clemens Fabry

Zu hören sind Ausschnitte aus folgenden Aufnahmen:

  • Bach: Konzert für vier Klaviere (Kenneth Gilbert, Trevor Pinnock, English Concert)
  • Bach: Weihnachtsoratorium (Concentus musicus, Nikolaus Harnoncourt, Warner)
  • Bach/Stölzel: Bist du bei mir (Elisabeth Schwarzkopf, Gerald Moore, Warner)
  • Vivaldi: Concerto h-Moll aus „L’estro armonico (Trevor Pinnock, English Concert) 
  • Mozart: Don Giovanni (Giuseppe Taddei, Eberhard Waechter, Philharmonia Orchestra - Carlo M. Giulini, Warner)
  • Martin y Soler: Harmoniemusik aus „Una cosa rara“ (Moonwinds, Harmonia mundi)
  • Mendelssohn: Ouvertüre „Die schöne Melusine“ (London Symphony, C. Abbado)
  • Wagner: Das Rheingold (Berliner Philharmoniker, H. von Karajan)
  • Smetana: Die Moldau (Chicago Symphony, Daniel Barenboim)
  • Brahms. Symphonie Nr. 1 (Berliner Philharmoniker, H. von Karajan)
  • Hans Rott: Symphonie E-Dur (Bamberger Symphoniker, Jakub Hrusa)
  • Mahler: Symphonie Nr. 1 (Chicago Symphony Orchestra, Pierre Boulez)
  • Mahler: Symphonie Nr. 3 (Wiener Philharmoniker, Pierre Boulez)
  • R. Strauss: Aus Italien (Berliner Philharmoniker, Riccardo Muti)
  • Strawinsky: Petruschka (Concertgebouw Orchester, Riccardo Chailly)
  • The Beatles: All You Need is Love (EMI)
  • Sami Switch: Oh Why (Sami Switch)
  • Ed Sheeran: Shape of You

(wo nicht anders angegeben: Universal)

„Klassik für Taktlose“ ist Teil des Podcasts „Musiksalon“ und erscheint alle vier Wochen.