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Vorarlberger Frauen in der traditionellen Goldhaubentracht (Radhauben), fotografiert von Franz Hubmann.
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Geschichte

„Grüeß di Gott, mi subers Ländle“: Licht in die dunklen Ecken Vorarlbergs

Ein neuer Sammelband wirft Licht in die dunklen Ecken des sauberen Ländle. Die Provinz, die gern das Image der Weltoffenheit pflegt, hatte ihre kleingeistigen Facetten.

Du Ländle, meine teure Heimat“. Das ist der Beginn der Vorarlberger Landeshymne, die kaum ein Vorarlberger kennt. Dabei muss man sich nicht genieren dafür, es geht um die Alpen, den Rhein, den Duft der Tannen und das hier lebende „rührige“ Völklein. Viel bekannter freilich und gleichsam die inoffizielle Landeshymne ist „Grüeß di Gott, mi subers Ländle.“

Dass Vorarlberg ein sauberes Land ist, soll man auch gar nicht infrage stellen. Hier funktioniert die Mülltrennung, und die Beteiligung bei den Landschaftsreinigungsaktionen der Gemeinden ist immer rege. Und überhaupt: Im Westen sind die Besten, das war das Bild, an dem man jahrzehntelang in Vorarlberg fleißig gearbeitet hat, vor allem die durchgehend regierende ÖVP. Man war darauf bedacht, das Image der Sauberkeit hochzuhalten.

Landeshauptleute in Vorarlberg waren die gesamte Zweite Republik hindurch unantastbar, regierten auch lang, jeweils mit landesväterlicher Allüre, nur fünf gab es bis jetzt seit 1945. Populismus lag ihnen fern, es waren spröde und anständige Männer mit unbestreitbarem Leistungsethos und gefestigtem Konservatismus. Vertreter ihres Landes, ihrer Bevölkerung eben.

Nun kam es aber dazu, dass 2021 eine Affäre aufflog, die einen schweren Schlag für das Selbstverständnis der den Landeshauptmann stellenden ÖVP wie auch des Bundeslandes überhaupt darstellte. Es geht um generösen Umgang mit Geld in der ÖVP-Teilorganisation Wirtschaftsbund, eine Einnahmenexplosion durch Inserate für das inzwischen eingestellte Mitgliedermagazin „Vorarlberger Wirtschaft“, Selbstbedienungsmentalität bei Bezügen, Steuerhinterziehung und verdeckte Parteifinanzierung.

Licht in die dunklen Nischen