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Paula, Helene und Ena aus Wien.
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Jugendsprache

Kannst du uns noch verstehen, Boomer?

Pass, slay, Digga oder sus. Das österreichische Jugendwort wird gekürt. Neben den Anwärtern fällt unter Jugendlichen eine Vielzahl von Begriffen, die Erwachsene meist alt aussehen oder zumindest staunen lassen. Wie spricht die Jugend eigentlich?

„Ned mit ihr bitte. Machma lieber mit wem anderen.“ „Idk wie du magst. Es ist auch cute nur wir, aber wie du magst.“ „Aber sie hat Spiele though. Same obvi.“ „Oki. Frag ma sie. Aber ehrlich gesagt idk ob sie es machen würde. Also halt idk ob sie sich so close mit uns fühlt. Yk.“ „Hahahaha ja weiß ich auch ned. Maybe not.“

Eine Konversation unter Jugendlichen. Wie spricht denn die, mag sich fragen, wer einen Blick in die WhatsApp-Chats seiner Kinder erhascht, junge Leute im Bus oder seine Schüler auf dem Gang miteinander reden hört. Da fallen Wörter, die wir nicht kennen – zumindest nicht in dem Zusammenhang, in dem sie verwendet werden –, Wörter aus dem Englischen, Satzkonstellationen, die keinen Sinn ergeben. Redet die Jugend bald an uns vorbei? Verstehen wir sie noch?

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Wer kann besser Licht in die Angelegenheit bringen als die Akteure selbst. Paula ist 14 und geht ins Josef-Haydn-Gymnasium im fünften Bezirk. Die zwölfjährige Helene geht in der Wasagasse im neunten Bezirk zur Schule. Ena ist ebenfalls 14 und besucht die Friesgasse im 15. Bezirk. Unterschiedliches schulisches Umfeld also, andere Freundesgruppen, aber „Wörter wie sus, smash oder safe, die sind ganz normal in unserem Alltag“, sind sich die drei einig. „Das ist eher komisch, wenn man die nicht benutzt.“

Keine starren Konstrukte

Die Gesellschaft für Österreichisches Deutsch (GSÖD) ist gerade auf der Suche nach dem Jugendwort des Jahres. Dafür konnten junge Menschen Vorschläge für Wörter einreichen, die sie besonders oft und gern in ihrem Alltag verwenden. „Irgendwie slayed jetzt alles“, beschreibt Paula ihren persönlichen Favoriten unter den ausgewählten Kandidaten. „Alles ist gerade slay.“ Man sage das, wenn man etwas toll fände, erklärt sie, oder wenn jemand etwas gut gemacht hätte. „Aber auch eine Person kann slay sein. Ich sage es auch, wenn jemand gut aussieht. ,Paula, du slayst‘, zum Beispiel‘“, ergänzt Ena. „Und ich würde jemanden smashen, weil er slayed“, wirft Paula gleich ein weiteres Jugendwort in den Raum – und damit zugleich den diesjährigen Gewinner in Deutschland.

 

„Smash“ heißt so viel wie „mit jemandem etwas anfangen“, auf sexueller Ebene „jemanden abschleppen“. Oder einfach nur: „jemanden gut finden“, erklärt Helene. Diese Bedeutungsebene kommt vom Dating-Spiel „Smash or Pass“, das Tinder für Jugendliche, in gewisser Weise. Wen man attraktiv findet, klassifiziert man als „smash“, wen man weitergibt, als „pass“ – was übrigens ebenfalls unter den Anwärtern der Jugendwörter für 2022 zu finden ist.