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Bombe mitten in Athen

(c) AP (Petros Giannakouris)
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Großer Sachschaden, aber keine Verletzten bei einer Explosion einer Bombe vor einem Gerichtsgebäude in Athen. Ein anonymer Anrufer hatte zuvor eine Warnung abgegeben. Bekennerschreiben gab es vorerst keines.

Athen/Ag. Mitten in Athen ist Donnerstagfrüh eine Bombe explodiert. Ein Justizgebäude wurde schwer beschädigt, zahlreiche Autos sind zerstört. Der Sprengsatz war an einem geparkten Motorrad befestigt. Ein anonymer Anrufer hatte 45 Minuten vor der Explosion eine Warnung abgegeben, sodass es keine Verletzten gab.

Die Wucht der Detonation ließ im Umkreis von 200 Metern Fensterscheiben bersten. Ersten Ermittlungen zufolge wurde der Sprengstoff Anfo verwendet, den griechische Terrororganisationen immer wieder benützen. „Die Bomben machen der Demokratie keine Angst“, sagte Justizminister Haris Kastanidis nach einem Besuch am Tatort. Nach Angaben eines Augenzeugen hatten zwei Männer, die Polizeiuniformen trugen und bewaffnet waren, das Motorrad zwei Stunden vor der Explosion beim Gericht geparkt. In der Nähe des Gebäudes in dem dicht bewohnten Stadtteil befinden sich eine U-Bahn-Station, ein Krankenhaus und ein Altersheim.

Bekennerschreiben gab es vorerst keines. Der erste Verdacht fiel auf anarchistische Gruppen. Ab 17.Jänner stehen zwölf Mitglieder der Gruppe „Verschwörung der Zellen des Feuers“ vor Gericht. Die Organisation hat sich zu den Paketbombenanschlägen auf Botschaften in Athen im November bekannt. In der vergangenen Woche wurden ähnliche Anschläge in Italien verübt. Am Donnerstag detonierte auch vor der griechischen Botschaft in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires ein kleiner Sprengsatz. Verletzt wurde niemand.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.12.2010)