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Interview

Studie: Hohe Erwartungen an die Krebsforschung

Dr. Leif Moll, General Manager Merck Healthcare Österreich und Country Speaker für Merck in Österreich.
Dr. Leif Moll, General Manager Merck Healthcare Österreich und Country Speaker für Merck in Österreich.Merck Österreich
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Umfrage. Die EU hat das Jahr 2022 zum „Europäischen Jahr der Jugend“ erklärt. Das forschende Pharmaunternehmen Merck nahm dies im Mai 2022 zum Anlass, eine europaweite Studie durchzuführen.

Neben Anforderungen an den Arbeitsmarkt haben 605 Österreicher:innen zwischen 18 und 35 Jahren in der Merck-Studie Aussagen zu brennenden Themen der Gen Y und Gen Z getroffen. Dr. Leif Moll gibt im Interview Antworten zu den Forderungen aus der Studie.

32 Prozent der Frauen gaben an, Diversität spiele eine entscheidende Rolle, wenn der Lebenslauf an eine Firma geschickt wird. Wie wird Diversität und Inklusion bei Merck gelebt und wie stellen Sie dies sicher?

Dr. Leif Moll: Diversity, Equity und Inclusion sind zentrale Bestandteile unserer Unternehmenswerte. Diverse Teams sind einfach erfolgreicher und wir sind stolz darauf, dass wir bei Merck Österreich einen über 50 % liegenden Frauenanteil in Führungspositionen haben. Trotzdem, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, halte ich für schädlich. Diversität ist nicht auf einen Prozentsatz begrenzt. Wir haben unsere Recruiting-Prozesse überarbeitet, um einen möglichen Bias zu eliminieren. Unternehmen brauchen ein Klima, in dem sich jede und jeder willkommen, gehört und in der Lage fühlt, sein oder ihr Bestes für die eigene Weiterentwicklung und die des Unternehmens zu geben. Das handhaben wir in Österreich so und halten uns im Team gegenseitig für unsere Werte – Integrität, Transparenz, Mut und Leistungsbereitschaft – verantwortlich.

Stichwort „Leistungsbereitschaft“: Die Ansprüche der Gen Z und Gen Y an die Work-Life-Balance wird oft als mangelnde Leistungsbereitschaft dargestellt. Wie beobachten Sie das?

Dr. Moll: Sicher ist richtig, dass jüngere Generationen starre Hierarchien und Arbeitszeiten sehr kritisch sehen. Vielmehr wünschen sie sich eine Aufgabe mit Flexibilität, Gestaltungsfreiheit und Sinnhaftigkeit. Wer dies als fehlende Leistungsbereitschaft abtut, blickt zu kurz. Ich sehe viel Bereitschaft und Herzblut, Kreativität und Zeit, sich für die gemeinsame Sache zu engagieren, wenn flexible Rahmenbedingungen und Gestaltungsspielraum gegeben sind. Das muss auch so sein, denn nach wie vor bin ich überzeugt: „Von nix kommt nix.“

72 Prozent der Befragten gaben an, in der Krebsforschung müssten die höchsten Anstrengungen unternommen werden. Was ist der aktuelle Stand?

Dr. Moll: Diese Ansicht ist sicher gerechtfertigt, schließlich ist Krebs die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dank Forschung und medizinischem Fortschritt hat sich das sogenannte Fünf-Jahres-Überleben und damit die Prognose für neudiagnostizierte Patient:innen in allen europäischen Ländern substanziell verbessert. Das ist nicht zuletzt der modernen Präzisionsmedizin, ermöglicht durch Fortschritte im Bereich der Molekulardiagnostik, zu verdanken. In den vergangenen Jahren haben wir mit Immunonkologika die Aussichten mit vormals extrem schwer therapierbaren Krebsarten, wie dem Urothelkarzinom (Blasenkrebs) substanziell verbessert. Da der größte Teil der weltweiten Forschungsaufwendungen in die Onkologie fließt, dürfte sich die positive Entwicklung fortsetzen. Allein 2021 konnten in Europa 14 neue Medikamente zur Krebsbehandlung zugelassen werden. Eines ist aber nicht zu vergessen: Jeder und jede kann auch selbst etwas tun, z. B. durch Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum oder übermäßiges Sonnenlicht.

Was macht die Entwicklung neuer Behandlungsoptionen so herausfordernd?

Dr. Moll: Eine große Herausforderung besteht darin, dass die Subgruppen molekular definierter Tumorerkrankungen kleiner sind und gleichzeitig die Anforderungen an die Entwicklung steigen. Das macht Forschung langwierig, teuer und wirft später Fragen nach der Finanzierbarkeit solcher Innovationen auf. Merck konzentriert sich in seiner Forschung stark auf die Tumor-DNA, z. B. über den Wirkmechanismus der Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Wir rechnen bereits in einigen Jahren mit entsprechenden neuen Behandlungsoptionen.

Weitere Informationen im Podcast: diagnose-krebs.at/podcast/

Zum Linkedin Profil von Dr. Moll: www.linkedin.com/in/leif-e-moll-149a7741/