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"Jedermann"

Valerie Pachner: Ein Austro-Filmstar soll Buhlschaft werden

++ ARCHIVBILD ++ SCHAUSPIELERIN VALERIE PACHNER
Valerie Pachner hat am Theater begonnen - und ist längst international im Film gefragt.(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
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Valerie Pachner soll 2023 neben Michael Maertens bei den Salzburger Festspielen die Buhlschaft im „Jedermann“ spielen. Gefragt ist sie mittlerweile auch in Hollywood.

Spekuliert wurde freilich ab dem Moment, da Lars Eidinger und Verena Altenberger im Juli ihren Abgang bekannt gaben: Wer wird 2023 am Salzburger Domplatz den Jedermann und die Buhlschaft spielen? Für erstere Rolle gilt der Burg–Schauspieler Michael Maertens als so gut wie fix – wenngleich sein Engagement offiziell unbestätigt (allerdings auch unbestritten) bleibt.

Bevor die Darsteller am Donnerstag von der Salzburger Festspielleitung präsentiert werden, sickerte nun auch durch, wer die neue Buhlschaft wird: Wie der „Kurier“ zuerst berichtet hat, und wie auch die „Presse“ aus informierten Kreisen erfahren hat, geht die Rolle an Valerie Pachner. Und damit an eine Schauspielerin, die ihre Karriere am Theater begonnen, inzwischen aber von Österreich aus die internationale Filmwelt erobert hat.

Martin Kušej holte die 35-jährige Oberösterreicherin noch als Studentin ans Münchner Residenztheater, wo sie von 2013 bis 2017 im Ensemble war. Parallel dazu steigerte sie ihre Bekanntheit auf der Leinwand, in Dieter Berners Film „Egon Schiele: Tod und Mädchen“ spielte sie die weibliche Hauptrolle der Wally Neuzil, in Elisabeth Scharangs Jack-Unterweger-Film „Jack“ hatte sie eine kleinere Rolle inne.

Vom Festivalzirkus aufs internationale Filmparkett

Marie Kreutzer verließ sich in ihrem Psychodrama „Der Boden unter den Füßen“ (2019) dann ganz auf das ausdrucksstarke Gesicht Pachners: In zahlreichen Nahaufnahmen, die jede innerliche Erschütterung der Hauptfigur spürbar machen, gibt sie darin eine mit der eigenen Belastungsgrenze kämpfende Unternehmensberaterin. Die Rolle brachte ihr internationale Preise und Anerkennung ein. Spätestens mit dem im selben Jahr erschienenen Jägerstätter-Film „Ein verborgenes Leben“ von Terrence Malick, in dem Pachner die weibliche Hauptrolle der Franziska Jägerstätter spielte, fasste sie dann auch in Hollywood Fuß - und wurde mit ihren stechend blauen Augen und der kontrollierten Mimik, hinter der sich stets Geheimnisse zu verbergen scheinen, zur gefragten Schauspielerin.

Zuletzt war sie im Agentenstreifen „The King's Man“ an der Seite von Ralph Fiennes zu sehen, eine nicht unwesentliche Nebenrolle spielte sie auch im „Phantastische Tierwesen“-Film aus dem Harry-Potter-Franchise (als entschlossene Assistentin des deutschen Zaubereiministers). Zudem ist sie - neben Emily Blunt - in der neuen Western-Serie „The English“ zu sehen, leider nicht in Österreich: Die Koproduktion von BBC und Amazon Prime ist hierzulande (noch) nicht verfügbar.

24 Jahre Altersunterschied

Nun steht Pachner also eine (zumindest zeitweilige) Rückkehr auf die Theaterbühne bevor. Engagiert wird sie von der Salzburger Schauspielchefin Bettina Hering, die 2023 ihre letzte Festspiel-Saison verantwortet. Der vielfach ausgezeichnete deutsche Schauspieler Michael Maertens ist als Jedermann wohl eine weniger überraschende Wahl. Überraschend ist womöglich der Altersunterschied der beiden: Maertens ist 59 - und damit 24 Jahre älter als Pachner.
[T1302]

(kanu)