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Sie gab jeder Rolle ein edles Flair.
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Nachruf

Sie war die Grande Dame am kleinen Schirm: Christiane Hörbiger ist tot

Als Fernsehstar brachte Christiane Hörbiger die hohe Wiener Schauspielkunst in alle heimischen Wohnzimmer. Nun ist der Publikumsliebling mit 84 Jahren gestorben.

Die Gräfin von Guldenburg, natürlich. Das Erbe einer populären TV-Serie lastet schwer auf dem Image einer Schauspielerin. Auch, dass sie Mitglied einer berühmten Wiener Schauspieler-Dynastie war, hat Christiane Hörbiger – anders als ihre Schwester Elisabeth Orth – nie zu verschleiern versucht. Eine Bürde auch das. Gewiss aber auch ein Startvorteil, obwohl die Eltern, Paula Wessely und Attila Hörbiger, keineswegs angetan vom Berufswunsch ihrer Töchter waren. Alle drei, auch die jüngste, Maresa, strebten auf die Bühne. Die Hoffnungen, Christiane könnte die in Wien nicht minder angesehene Profession einer Zuckerbäckerin erstreben, lösten sich rasch in Bühnenluft auf.

Die Schauspielerei lag ihr im Blut. Sie brauchte auch kein Reinhardt-Seminar, zog nach wenigen Wochen dort private Unterweisungen durch die große Alma Seidler vor, die sich des Hörbiger-Kindes annahm. Mehr wienerisches Burgtheater-Kapital hat wahrscheinlich keine Schauspielerin je auf den Weg mitbekommen.

Wobei der Platz am Filmset von Anfang an dazugehörte. Für ihre Debüt-Rolle, die Marie Kolterner in Eduard von Borsodys Film „Der Major und die Stiere“, musste sie nicht viel üben, um glaubwürdig zu wirken: Attila Hörbiger spielte auch ihren Film-Papa, den Kolternerbauern. Der typische Nachkriegsstreifen versuchte die Ästhetik der vor 1945 gedrehten „Durchhaltefilme“ in eine Art Wiederaufbaupropaganda zu verwandeln.