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Energie

Neues Online-Tool soll Haushalten gezieltes Stromsparen erleichtern

Das Stromnetz in Österreich kann entlastet werden, indem zum Beispiel die Waschmaschine außerhalb der Spitzenverbrauchszeiten eingeschaltet wird.APA/ROLAND SCHLAGER
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Auf einer Website werden ab sofort täglich jene Zeiten veröffentlicht, an denen es am sinnvollsten ist, Strom zu sparen. Denn hier ist der Stromverbrauch in Österreich so hoch, dass Gaskraftwerke zugeschalten werden müssen.

Das Klimaschutzministerium und der Stromnetzbetreiber APG haben heute, Donnerstag, ein neues Online-Tool vorgestellt, mit dem Haushalte und Unternehmen gezielter Stromsparen können. So soll der Stromverbrauch zu Spitzenzeiten reduziert werden, damit insgesamt weniger Gas benötigt wird. Das soll die Versorgungssicherheit erhöhen und mittelfristig auch preisdämpfend wirken.

Auf der Website energie.gv.at veröffentlichen das Klimaschutzministerium und die APG (Austrian Power Grid) ab sofort täglich, zu welchen Zeiten des nächsten Tages es am meisten Sinn macht, Strom zu sparen. Konkret sind das jene Zeiten, zu denen der Stromverbrauch der Haushalte und Unternehmen so hoch ist, dass er nicht mehr durch erneuerbare Energie gedeckt werden kann und Gaskraftwerke zugeschaltet werden müssen. Die Spitzenzeiten sind in Österreich grundsätzlich werktags am Vormittag, von acht bis zwölf Uhr, und am frühen Abend, von 17 bis 19 Uhr.

Viel Potenzial

Die APG errechnet tagesaktuell aus Daten der Stromproduktion, also etwa der Windlage oder der Wasserführung in den Flüssen, des Stromimports und des Stromverbrauchs, zu welchen Stunden Stromsparen am meisten Sinn macht. Das Netz könne entlastet werden, indem Aktivitäten, die Strom verbrauchen, nach Möglichkeit auf Tageszeiten verschoben werden, die außerhalb der Spitzenzeiten liegen.

So würde es bereits helfen, das Einschalten der Waschmaschine, des Wäschetrockners oder des Geschirrspülers bewusst auf andere Tageszeiten zu verlegen. "Wenn Sie die Möglichkeit haben, beispielsweise den Wäschetrockner nicht in der Hochverbrauchszeit zu starten, sondern das vielleicht auf 20 oder 21 Uhr zu verlegen, ist damit schon viel geholfen", sagte APG-Vorstand Gerhard Christiner.

"Das klingt für den Einzelverbraucher oder den Haushalt vielleicht nach wenig, in Summe, über die ganze Bevölkerung, ist da aber Potenzial da", so Christiner. Mit dem Tool sollen laut Klimaschutzministerium und APG fünf Prozent des Stromverbrauchs zu Spitzenzeiten eingespart werden. Damit sei bereits sehr viel erreicht: "Wenn wir fünf Prozent schaffen, das hat auch der Stresstest gezeigt, sind wir sogar bei unseren kritischen Szenarien wieder im grünen Bereich", so der APG-Vorstand.

Fünf Prozent Einsparung entspricht Leistung von Kraftwerk Mellach

Noch besser sei es, den Stromverbrauch nach Möglichkeit grundsätzlich zu reduzieren. "Verbrauchsreduktion ist das sicherste Mittel, um gut durch den Winter zu kommen", sagte der Leiter der Sektion "Klima und Energie" im Ministerium, Jürgen Schneider. "Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der Haushalte und der Unternehmen um die Bedeutung der Versorgungssicherheit wissen und entsprechend mitmachen", so Schneider.

Zu Spitzenzeiten werden in Österreich im Winter rund 10.000 Megawatt verbraucht, eine Einsparung von fünf Prozent entspreche der Leistung des Gaskraftwerk Mellach, so Christiner. Das erspare Gas, trage zur Versorgungssicherheit bei, verkürze die Merit-Order und wirke so mittelfristig preisdämpfend und führe außerdem zu weniger CO₂-Emissionen.

Neues Gesetz für Unternehmen in Vorbereitung

Das Tool ist derzeit auf der Homepage der APG und unter energie.gv.at verfügbar. Ob es zukünftig auch eine App geben soll oder ob die Information, sei noch offen, so Christiner. Das Tool soll jedoch nicht nur kurzfristig genutzt werden, sondern das Verbrauchsverhalten langfristig beeinflussen.

Parallel werde derzeit das sogenannte "Stromverbrauchsreduktionsgesetz" vorbereitet, das sich vor allem an Unternehmen richte. Mit Beginn des nächsten Jahres soll es ein Ausschreibungssystem geben, mit dem Unternehmen ihre Last von Spitzenzeiten in Nicht-Spitzenzeiten verschieben oder den Verbrauch ganz einsparen. Einsparungen werden dann auch finanziell belohnt.

(APA)