Karl Nehammer: Als Dritter Bundeskanzler

Georges Schneider / picturedesk.
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Seit einem Jahr ist Karl Nehammer im Amt. Multiple Krisen und das Kurz-Erbe lassen ihm wenig Spielraum. Trotz guter Ansätze – einen Kanzlerbonus hat er nicht.

Karl Nehammer ist möglicherweise der beliebteste Bundeskanzler seit Langem, und zwar bei den anderen Parteien. Sebastian Kurz kam bei der SPÖ nicht gut an. Christian Kern kam bei der ÖVP nicht gut an. Und Werner Faymann kam nicht einmal in der SPÖ gut an. Spricht man hingegen mit Vertretern diverser Parlamentsparteien abseits der ÖVP über Karl Nehammer, ist kaum ein böses Wort über ihn zu hören. Seine Umgänglichkeit wird geschätzt, sein Sachverstand ebenso. Gern wird das mit Sebastian Kurz gegengeschnitten: Dieser hätte zu wenig Substanz gehabt, nie wirklich zugehört. Nehammer habe Ersteres und tue Zweiteres. Auch in den eigenen Reihen wird Nehammer gelobt: für seine zupackende und wertschätzende Art gleichermaßen.

Bis zum Wähler hat sich das allerdings noch nicht durchgesprochen. In den diversen Umfragen, die im Monat November durchgeführt wurden, lag die ÖVP bei 19 bis 22 Prozent – und überall nur auf Platz drei. Die Kanzlerpartei wohlgemerkt. Nach einem Jahr Karl Nehammer steht die ÖVP so schlecht da wie lang nicht mehr.

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