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Luftangriffe

Neue russische Angriffswelle gegen ukrainische Infrastruktur

Ein Gebäude nach russischem Beschuss in der Region Donezk.
Ein Gebäude nach russischem Beschuss in der Region Donezk.REUTERS
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Pro-russische Militärvertreter werfen der Ukraine Angriffe in Altschewsk vor, bei denen neun Menschen ums Leben gekommen seien. Britische Geheimdienste analysieren, Russlands Luftwaffe habe die Zahl der Einsätze zuletzt stark reduziert.

Russland hat am Montag mit einer neuen Welle von Raketenangriffen auf die Infrastruktur des Nachbarlands Ukraine begonnen. In der südukrainischen Hafenstadt Odessa brach nach örtlichen Berichten aufgrund von Stromausfällen die Wasserversorgung zusammen. Blackouts und damit verbundene Ausfälle der Fernheizung und der Wasserversorgung gab es nach offiziellen Angaben auch in der Industriestadt Krywyj Rih im Südosten.

In der südlichen Region Saporischschja seien zwei Menschen getötet worden, teilten die ukrainischen Behörden mit. Mehrere Häuser seien dort zerstört worden. In der nördlichen Region Sumy fiel nach einem Raketeneinschlag der Strom aus, wie ein Energieversorger erklärte. Über Explosionen - teils ausgelöst durch die ukrainische Flugabwehr - wurde auch aus dem Zentrum und dem Westen des Landes berichtet. In der gesamten Ukraine wurde Luftalarm ausgelöst. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen.

Von Russland unterstützte Militärvertreter in der ostukrainischen Region Luhansk warfen der Ukraine den Tod von neun Menschen in der Stadt Altschewsk vor. Sie seien ums Leben gekommen, nachdem die Ukraine den russisch-kontrollierten Ort beschossen habe, hieß es am Montag in einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Die Informationen können nicht unabhängig geprüft werden.

Weniger Angriffe als noch vor mehreren Monaten

Russland führt seit Ende Februar einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. Die Ukraine und der Westen beschuldigen Russland angesichts des nahenden Winters, Kälte als Kriegswaffe einzusetzen. Nach militärischen Rückschlägen und dem Rückzug von Bodentruppen aus einigen besetzten Gebieten setzt Moskau seit Wochen verstärkt auf gezielten Beschuss des Stromnetzes, hat aber nach Analysen britischer Geheimdienste die Einsätze russischer Kampfflugzeuge deutlich reduziert.

Derzeit würden noch einige Dutzend Missionen pro Tag geflogen. Im März seien es noch bis zu 300 täglich gewesen, teilte das britische Verteidigungsministerium am Montag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Die russische Luftwaffe habe bisher mehr als 60 Flugzeuge verloren. Unter ihnen allein in der vergangenen Woche einen taktischen Bomber vom Typ Suchoi Su-24 (Nato-Code: Fencer) sowie ein Erdkampfflugzeug vom Typ Suchoi Su-25 (Frogfoot).

"Der Rückgang der Einsätze ist wahrscheinlich auf die andauernde, starke Bedrohung durch die ukrainische Luftverteidigung, die Beschränkung der verfügbaren Flugstunden für russische Flugzeuge und das sich verschlechternde Wetter zurückzuführen", hieß es in London. Dennoch werde die russische Luftwaffe auch über die Wintermonate weiter Einsätze fliegen, da die Bodentruppen auf eine Identifizierung ihrer Ziele aus der Luft angewiesen seien.

(APA/dpa/Reuters)