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Russland

Achteinhalb Jahre Strafkolonie: Moskauer Gericht spricht Putin-Kritiker Jaschin schuldig

Hatte bezüglich des Urteils mit „keinen Wundern“ gerechnet: Ilja Jaschin.
Hatte bezüglich des Urteils mit „keinen Wundern“ gerechnet: Ilja Jaschin.IMAGO/SNA
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Nach Kriegsbeginn kritisierte der Oppositionelle Ilja Jaschin die russischen Verbrechen in der Ukraine. Die Verhaftung folgte umgehend. Nun hat ein Moskauer Gericht in seinem Fall entschieden.

Ein Moskauer Gericht hat den russischen Oppostiionspolitiker Ilja Jaschin am Freitag schuldig gesprochen. Die Verhandlung begann mit fast zweistündiger Verspätung. Sie war wegen einer angeblichen Bombendrohung von Mittwoch auf den Freitag verlegt worden. Dem Politiker wird vorgeworfen, „Lügen" über die russische Armee verbreitet zu haben. Die Folge? Achteinhalb Jahre Strafkolonie für den jahrelangen Wegbegleiter von Alexej Nawalny.

Wer Ilja Jaschin früher in seinem Büro im Moskauer Krasnoselskij-Bezirk besuchte, fand dort einen energiegeladenen, redegewandten und sympathischen jungen Mann in Sakko und Jeans vor. Dem unabhängigen Politiker war vor mehreren Jahren der Einstieg in die Lokalpolitik geglückt. Nicht die ganz große Bühne, aber für die russische Opposition immerhin ein Achtungserfolg.

Jaschin nutzte seine Chance. Er mauserte sich zu einer der wichtigen Kreml-kritischen Stimmen landesweit – auch wenn er vorrangig das Missmanagement der Moskauer Stadtregierung anprangerte. Doch der als Anhänger Alexej Nawalnys bekannte 39-Jährige verlor nie die größeren Zusammenhänge aus den Augen. Als Russland heuer im Nachbarland Ukraine einfiel, nahm er öffentlich gegen den Krieg Stellung. Die Verbrechen der russischen Armee im Kiewer Vorort Butscha nannte er in seinem populären YouTube-Kanal ein „Massaker“.