Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Fahrbericht

Cupra Formentor VZ5 Abt: Der Porsche Turbo GT fürs Volk

Ausfahrt aufs Land mit dem Cupra Formentor VZ5 Abt
Ausfahrt aufs Land mit dem Cupra Formentor VZ5 Abt
  • Drucken

Schneller, stärker: Die Tuner von Abt haben sich den Cupra Formentor VZ5 zur Brust genommen und ihn leistungsmäßig auf Porsche-Niveau gebracht.

Wir haben ja eine gewisse Schwäche für Cupra, weil wir viele schöne Erinnerungen an Ausfahrten mit dem ersten Modell haben, das damals eigentlich nur ein aufgemotzter Seat Ateca war. Aber wir haben einen bayerischen Porsche-Fahrer bei einer Fahrt über das Hahntennjoch in Tirol mit dem Cupra Ateca nachhaltig beeindruckt.

Der Erfolg von Cupra hat Seat wohl selbst überrascht. Man hat schnell nachgebessert und 2019 den Formentor präsentiert - ein eigenständiges, sportliches SUV-Coupe mit einem überzeugenden Design, das ein wenig an den Lamborghini Urus erinnert. Mutterkonzern Volkswagen hat den spanischen Entwicklern sogar erlaubt, den einzigen Fünfzylindermotor des Konzerns zu verbauen - mit einem Respektabstand von zehn PS zu den Modellen von Audi, wo dieser exzellente 2,5-Liter-Benzinmotor normalerweise zum Einsatz kommt. Es sind also „nur" - wirklich mit fetten Anführungszeichen - 390 PS, die den Formentor VZ5 antreiben.

450 statt 390 PS

Jetzt aber kann man einen Cupra VZ5 ausführen, der nicht nur die Audi-Modelle schlägt, sondern schon in Porsche-Dimensionen vordringt. Die Tuner von Hans-Jürgen Abt haben beim Formentor ein wenig nachgebessert. Nebenbei eine interessante Beobachtung: Man hat im deutschen Allgäu offenbar viel Sinn für spezielle Autos. Die Tuner von Abt sind in Kempten beheimatet, das nur 40 Minuten von jenen von Alpina entfernt ist (Buchloe), die bei BMW nachbessern (und mittlerweile auch zu BMW gehören).

Abt hat also den Formentor VZ5 veredelt - und zwar ordentlich. Dem Fünfzylindermotor entlockt man nach dem Tuning um 60 PS mehr, gesamt also beachtliche 450 PS (331 kW). Damit beschleunigt man den Formentor in 3,9 Sekunden auf 100 km/h. Wir müssen bei den SUV-Modellen von Porsche weit nach oben gehen, um einen ähnlichen Wert zu finden. Beim Macan jedenfalls nicht - der GTS hat zwar 440 PS, braucht auf 100 km/h aber 4,5 Sekunden. Und auch beim Porsche Cayenne GTS nicht, der trotz 460 PS wegen seiner größeren Masse erst nach 4,8 Sekunden die 100 km/h erreicht.

Man muss sich schon in den Cayenne Turbo GT setzen, um den Cupra Formentor VZ5 Abt beim Beschleunigungsrennen zu schlagen. Der Turbo GT ist nach 3,3 Sekunden auf 100 km/h, sogar schneller als mancher Ferrari oder Lamborghini. 

Für den Porsche Cayenne Turbo GT bezahlt man freilich knapp 290.000 Euro. Dafür kann man sich drei Formentor Abt in die Garage stellen - es bleibt sogar noch genügend Geld für einen vollelektrischen Cupra Born als gemütliches Stadtauto.

270 statt 250 km/h

Das Tuning des VZ5 ist nämlich durchaus finanzierbar. Für den Fünfzylinder-Formentor verlangten Cupra und Staat, als es noch verbindliche Preislisten gab, knapp 78.000 Euro (inklusive Mehrwertsteuer und NoVA). Abt will knapp 3800 Euro für das Tunen des Motors, der Staat 20 Prozent für die Mehrwertsteuer, macht zusammen knapp 4500 Euro. Wer viel auf deutschen Autobahnen unterwegs ist und wem die 250 km/h zu langsam sind, auf die der Formentor vom Werk aus begrenzt ist, kann sich um knapp 500 Euro brutto die Begrenzung auf 270 km/h anheben lassen.

Man kann mithilfe von Abt natürlich zusätzlich auf größere Felgen wechseln (20 oder 21 Zoll, wobei die 21-Zöller in glossy-black um brutto 4760 Euro zu haben sind), man bekommt auch schönere Ventilkappen mit Abt-Logo (25,99 Euro). Ein Hinweis oder eher eine Inflations-Warnung für Interessierte: Die uns zur Verfügung gestellte Preisliste ist vom Herbst 2021.

Wie bringt der Formentor nun nach dem Abt-Tuning die 450 PS auf die Straße? Dank Allradantrieb ohne Verluste und direkt. Das Fahrwerk haben die Cupra-Techniker schon für den VZ5 entsprechend abgestimmt, die 60 PS mehr bringen es nicht zum Schwanken oder Wanken. Und noch wichtiger: Man kommt auch nicht aus der Spur, wenn man beherzt in die Bremsen steigt. Natürlich kann man den Cupra Formentor VZ5 Abt auch recht entspannt im Komfort-Modus fahren, aber dafür braucht man kein Tuning von Abt. Die Spaßsteuer unserer Ausfahrten: Knapp 13 Liter auf 100 km.