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Wenn selbst das WM-Wunder nicht reicht

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Was geschieht mit Marokkos umjubelten Teamchef Walid Regragui nach der WM? Dass er Vorreiter für arabische Trainer ist und ihm die Türen nach Europa offenstehen, glaubt er nicht.

Doha/Wien. Spöttisch und voll Selbstironie rief Walid Regragui in die Runde der Reporter. „Erklärt mir wie das geht, erklärt mir dieses Wunder!“ Der 47-jährige Teamchef von Marokko hat sein Land ins WM-Halbfinale gegen Frankreich (Mittwoch 20 Uhr, ORF eins) geführt, noch nie zuvor war eine afrikanische Mannschaft bei einer WM so weit gekommen. In den bisherigen fünf Partien hat Regraguis Auswahl erst einen Gegentreffer kassiert, ein Eigentor wohlgemerkt. Und all das unter Anleitung eines arabischen Trainers, und nicht etwa mit einem der unzähligen renommierten Fußballlehrer aus Europa, die zuvor an der Seitenlinie der Marokkaner standen.

Dennoch weiß Erfolgscoach Regragui um seinen Platz in der Trainer-Welt. Bestenfalls Insidern war sein Name bekannt gewesen, bevor er im Sommer die marokkanische Auswahl übernommen hat – auch das nur als Notlösung, weil sein Vorgänger Vahid Halilhodžić den Machtkampf mit den Topspielern Noussair Mazraoui und Hakim Ziyech verloren hatte. Dass sein Standing nach dem WM-Hoch ein anderes sein wird, ihm eine große Trainerzukunft in einer europäischen Topliga bevorsteht, das bezweifelt Regragui. „Zehn Jahre bin ich Trainer und niemand hat mich gesehen“, sagt er. Meist sei ihm die Erfahrung abgesprochen worden. Jetzt aber erklärt er: „Erfahrung tut nichts zur Sache, es geht um Fähigkeiten. Fähigkeiten sind der einzige Maßstab.“


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