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Vier Uhren, die uns aufgefallen sind
Armbanduhren

Die smarten Begleiter am Handgelenk

Es gibt eine fast unüberschaubare Menge an Uhren, die behaupten, smart zu sein. Wir stellen vier vor, die uns aus verschiedenen Gründen überzeugt haben.

Smartwatches waren ja lange Zeit nicht sonderlich smart. Sie konnten die Uhrzeit anzeigen, den Puls mehr schlecht als recht messen, sie hatten eine Weckfunktion und einige konnten MP3-Musikfiles abspielen. Dafür wogen sie 20 Kilogramm und sahen aus, als wären sie für den Glöckner von Notre-Dame gebaut worden - oder von ihm.

Mittlerweile sind die Smartwatches zwar immer noch keine IWC oder Patek Philippe, aber sie sind insgesamt ansehnlicher geworden und wirklich smart. Sie messen den Sauerstoffgehalt des Blutes (in Corona-Zeiten eine nicht zu unterschätzende Funktion), erinnern einen, in Bewegung zu bleiben, sie warnen, wenn der Puls einen bestimmten Bereich überschreitet, sie sind Lauftrainer, analysieren den Schlaf, man kann mit ihnen telefonieren, Nachrichten schicken und manche können sogar den Blutdruck messen.

Wir haben uns aus dem breiten Angebot an Smartwatches vier Uhren ausgesucht, die uns aus verschiedenen Gründen überzeugt haben.


Die Elegante

Xiaomi war mit klugen Uhren spät dran. Dafür geht es jetzt Schlag auf Schlag. Eben wurde die Xiaomi Watch S2 vorgestellt, wir haben noch die S1 getestet ( die es weiterhin zu kaufen gibt).

Was uns an dieser Uhr gefällt: Sie sieht elegant aus, kommt mit einem angenehmen Uhrenband, ist leicht und hat viele Funktionen für Sportler. Firm- und Software erinnern uns stark an die Uhren von Huawei. Das ist nichts Schlechtes, weil auch der Akku der Xiaomi ähnlich lange hält wie der einer Huawei. Eine Woche ohne Aufladen ist kein Problem.

Nicht einzigartig, aber durchaus hilfreich ist die SOS-Funktion: In der App hinterlegt man einen Kontakt. Drückt man die untere Menütaste der Uhr drei Mal schnell hintereinander, wird dieser Kontakt über das Smartphone angerufen. Da die S1 über Mikrofon und Lautsprecher verfügt, kann man direkt über die Uhr telefonieren.

Was uns weniger gefallen hat: Bei sportlichen Aktivitäten, etwa dem Radfahren, erkennt die Uhr Pausen nicht automatisch. Man muss die Aufzeichnung also händisch stoppen. Aus irgendeinem seltsamen Grund glaubt die Uhr, dass sie ihren Träger wecken muss, wenn das zeitliche Ende der Einstellung “Bitte nicht stören” erreicht ist. Die Mi-Fitness-App, die man verbessern kann.

Der Preis der  Xiaomi Watch S1: Deutlich unter 200 Euro.


Die Ärztin am Handgelenk

Keine andere von uns getestete Uhr hat derart viele Gesundheitsfunktionen, wie die aktuelle Samsung Galaxy Watch 5 Pro. Mit ihren Biosensoren kann man nicht nur recht präzise den Blutdruck messen - wie das eine Uhr überhaupt schafft, bleibt uns ein Rätsel -, man kann auch ein EKG aufnehmen, die Zusammensetzung des Körpers nach Fett-, Muskel- und Skelettanteil bestimmen lassen, den Sauerstoffgehalt des Blutes überwachen und die Schlafphasen analysieren samt Empfehlungen für einen besseren Schlaf.

Wir bleiben gleich beim Schlaf um aufzuzählen, was uns bei der Watch 5 Pro weniger gefallen hat: Die Uhrzeiten der einzelnen Schlafphasen sieht man in der App nur grob, man kann also nicht auf die Minute genau feststellen, wann es beispielsweise eine Wach- oder ein Tiefschlafphase gab.

Und: Will man etwa beim Radfahren den aktuellen Puls sehen, genügt es nicht, die Hand vom Lenker zu nehmen. Da bleibt der hochauflösende Bildschirm nämlich schwarz. Man muss stattdessen die Hand vom Lenker nehmen, sie kurz wie beim Gehen an der Seite herunterhängen lassen, erst dann wird mit dem Hochheben auch der Bildschirm aktiv. Beides könnte Samsung sehr einfach mit einem Update beheben.

Umfangreich sind die Sportarten, die die Watch 5 Pro auswerten kann. Sogar Übungen mit der Kraftmaschine werden analysiert. Für Laufanfänger gibt es einen Coach, zum Wandern kann man Routen auf die Uhr importieren und sich führen lassen.

Natürlich gibt es sämtliche smarte Funktionen, die viele anderen Uhren auch haben - bis hin zum Telefinieren mit der Uhr. Oft belächelt, bis man es einmal wirklich braucht.

Der Preis der Samsung Galaxy Watch 5 Pro: Um die 400 Euro, wir haben sie auch schon bei besonderen Angeboten um 350 Euro gesehen.


Die Fitnesstrainerin

Was für die Xiaomi Watch S1 gilt, gilt noch mehr für die Smartwatches von Huawei: Sie haben ein ausgezeichnetes Betriebssystem, das sich mit sehr wenig Energie begnügt. Zehn Tage Laufzeit haben wir aus der von uns getesteten Huawei Watch GT3 Pro problemlos herausgeholt - und da hatte sie noch immer einen Akkustand von 15 Prozent. Natürlich hängt es von der Nutzung der Uhr ab, aber es ist erfreulich, wenn eine Smartwatch nicht jeden Tag, auch nicht jeden zweiten und nicht einmal jeden dritten Tag zum Aufladen ans Kabel muss.

Der Schwerpunkt der Huawei Watch GT3 Pro liegt im Fitnessbereich. Die Smartwatch bietet 100 Trainingsmodi an. Läufer können sich mit der Huawei-App beispielsweise einen individuellen Trainingsplan erstellen lassen, der mit der Uhr synchronisiert wird und einen etwa auf einen 3k-Lauf (Beginner) oder sogar einen Marathon vorbereitet.

Ein Feature, das uns im Test gefallen hat: Man kann sich über Huaweis Health App einen Gesundheitsplan erstellen lassen, der von meditativen Atemübungen über 30 Minuten Bewegung und zwei Liter Wasser trinken bis zum täglichen Lächeln reicht (kein Scherz!), an das man auf Wunsch auch erinnert wird.

Die Huawei Watch GT3 Pro erhält man ab etwa 280 Euro, die normale Watch GT3 gab es bei Mediamarkt im Angebot bereits um 149 Euro.


Die Verknüpfteste 

Apple hat mit seiner Uhr erst das Segment der Smartwatches kreiert - und beherrscht es deutlich. Es ist bemerkenswert, was sich seit der Präsentation der ersten Apple Watch im Jahr 2014 in diesem Bereich getan hat.

Wir haben die Apple Watch 7 getestet - aus dem banalen Grund, dass wir keine aktuelle Watch 8 zum Testen hatten. Die Unterschiede zwischen beiden Uhren sind aber insgesamt marginal und haben wenig Einfluss auf unseren Gesamteindruck (die Watch 8 hat beispielsweise zusätzlich zur normalen Sturzerkennung auch eine Unfallerkennung; der Akku soll etwas länger halten).

Keine andere Uhr ist derart mit dem Smartphone verknüpft, wie die Apple Watch. Der Nachteil: Man kann sie auch nur mit einem Handy von Apple nutzen. Seien es Mitteilungen, E-Mails, die Steuerung der Handy-Kamera über die Uhr, das Verfassen von Nachrichten direkt an der Uhr - alles greift hier ineinander. Man wird daran erinnert, sich zu bewegen, und wenn man sich mehr bewegt als am Vortag, wird man gelobt. Fährt man mit dem Rad, geht schnell oder läuft, erkennt es die Uhr und zeichnet Daten auf.

Apropos Bewegung: Was bei anderen Smartwatches selbstverständlich ist, beherrscht Apples Uhr überraschenderweise nicht. Die Watch 7 trennt bei der Analyse der Tainingseinheiten nicht in die Zonen „aerob" und „anaerob". Man kann auch keine maximale Herzfrequenz festlegen, ab der die Uhr beim Training warnen soll.

Die oft kritisierte Akkulaufzeit der Apple Watch fanden wir in unserem Test akzeptabel. Wenn man das Always-on-Display deaktiviert, kommt man in den zweiten Tag hinein. Der Vorteil: Die Uhr ist schnell wieder aufgeladen (etwas mehr als eine Stunde auf 100 Prozent, deutlich darunter, wenn man bei 80 Prozent Schluss macht).

Die Apple Watch Series 7 gibt es ab knapp über 400 Euro, für die Series 8 bezahlt man knapp 500 Euro.

 

(rie)