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Bank of America zahlt Milliarden an Hypothekenfirmen

Bank of America
Bank of America(c) REUTERS (Chris Keane)

Die Bank of America hatte Darlehen an Hypothekenbanken verkauft, für die es keine Einkommensnachweise der Kreditnehmer gab. Nun gibt es eine Einigung über eine Entschädigung.

Die Bank of America (BoA) zahlt im Streit über faule Kredite den Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac insgesamt 2,8 Milliarden Dollar (2,10 Milliarden Euro). Fannie Mae und Freddie Mac haben der Bank of America vorgeworfen, ihnen Darlehen verkauft zu haben, ohne Vorgaben wie Einkommensnachweise von Kreditnehmern zu erfüllen.

Mit der nun erfolgten Einigung ist ein großer Teil der Rechtsstreitigkeiten mit staatlich gestützten Instituten beilegt, nicht jedoch mit privaten Investoren. Der Vergleich mit Fannie Mae und Freddie Mac kommt die Bank of America längst nicht so teuer zu stehen, wie viele Analysten erwartet hatten. "Das ist ein Geschenk für die Bank of America", sagte Christopher Whalen von Institutional Risk Analytics über die Einigung.

Aktionäre reagierten am Montag erleichtert und trieben die BofA-Papiere um 6,3 Prozent ins Plus. Auch Citigroup und JPMorgan Chase legten zu.

"Geschenk"

Die Einigung betrifft Immobilienkredite der 2008 übernommenen Countrywide. Der Mitteilung zufolge entfallen auf Freddie Mac 1,28 Milliarden Dollar in bar. Damit sind alle Forderungen im Zusammenhang mit Countrywide-Darlehen bis einschließlich 2008 beglichen. Fannie Mae erhält 1,34 Milliarden Dollar in bar. Insgesamt beläuft sich die Summe für den Immobilienfinanzierer auf 1,52 Milliarden Dollar. In diesem Streit ging es um mehr als 12.000 Countrywide-Kredite.

 

Hinzu kommen die Forderungen privater Investoren, die eine Rücknahme der Darlehen erreichen wollen. Während sich Vorstandschef Brian Moynihan noch im Oktober kämpferisch gab, begannen im vergangenen Monat die Verhandlungen mit einer Gruppe dieser Investoren. Der Analyst Alan Villalon von Nuveen Investments sagte, die Einigung mit Fannie und Freddie könnte ein Vorbild für die Verhandlungen mit anderen Käufern von Darlehen seien. Hintergrund seien die strengeren Regeln von staatlich gestützten Immobilienfinanzierern für die Übernahme von Risiken.

Countrywide zählte einst zu den größten US-Hypothekengebern. Der langjährige Chef Angelo Mozilo war der erste hochrangige Manager, der persönlich für ein Fehlverhalten in Verbindung mit der US-Immobilienkrise verurteilt wurde.

(APA)