Gastkommentar

Ein teures Fest für Johann Strauss

Überall fehlt es an Geld, aber 20 Millionen Euro für ein Johann-Strauss-Festjahr gibt es locker.

Der Autor:

Ioan Holender (*1935 in Timisoara/ Temeswar in Rumänien) war von 1992 bis 2010 Direktor der Wiener Staatsoper.

Österreichs Städte und Gemeinden werden 2023 doppelt so viele Ausgaben haben wie Einnahmen. Viele Gemeinden werden daher nicht einmal ihre Darlehen bedienen können. Man kann somit auch das Investitionsprogramm des Bundes mit dem Ausbau der erneuerbaren Energie nicht erfüllen. Verkehrsmittel, Schulen, Schwimmbäder u. a. kämpfen mit den Energiekosten.

Aber für ein mehr als fragwürdiges Projekt im Jahr 2025 werden ungefragt 20Millionen Euro Subvention zur Verfügung gestellt. Es wird ein Johann-Strauss-Festjahr zum 200. Geburtstag des Komponisten stattfinden. Dafür wurde ein Leitungsteam unter Roland Geyer, dem pensionierten Intendanten des Theaters an der Wien, installiert, das zehn Mitarbeiter umfasst! Was damit geschehen soll, versuchte Geyer als „künstlerischer“ Leiter auf einem schönen Badeschiff in vagen Zügen zu verkünden. Es wird ein „bunter Veranstaltungsreigen gefeiert werden“. Der eine der vier Pfeiler des Festjahrs besagt, dass die „Projekte aus dem Strauss'schen Œuvre in viele kulturelle Bereiche expandieren sollen: Konzertmusik (Klassik bis Elektro), Musiktheater, Tanz, Literatur, Schauspiel, Ausstellung, Performance, Installation, Film und TV, digitale und immersive (?) Künste, Wissenschaft, Musikvermittlung, Kunst im öffentlichen Raum und Open-Air-Events“. Wohin eigentlich nicht? Für Roland Geyer (70), der neben seiner Pension sicher einen üppig dotierten Vertrag erhalten hat, ist der zu seinem 200. Geburtstag gefeierte Johann Strauss „ohne Zweifel der weltbekannteste Wiener Komponist“.

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