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Immobilien

Investmentmarkt: Die fetten Jahre sind vorbei

In Summe gab es auch in Wien weniger Transaktionen, dafür mischten wieder mehr Private am Markt mit.(c) Christopher Dickie
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Es gibt heuer weniger Transaktionen als in den Jahren zuvor. Ein Grund ist, dass die Preisvorstellungen von Verkäufern und Interessenten immer öfter auseinanderdriften.

Der Höhenflug auf dem Immobilieninvestmentmarkt hat sich eingebremst. „Es besteht nach wie vor Interesse an Immobilieninvestments. Aber potenzielle Käufer sind nicht mehr bereit, jeden Preis für Immobilien zu zahlen – und prüfen die Objekte noch genauer“, sagt Franz Pöltl, Geschäftsführender Gesellschafter der EHL Investment Consulting. Sie hätten sich daher im Hinblick auf mögliche Preisrückgänge in den letzten Monaten eher abwartend gezeigt. „Gleichzeitig warten aber auch Verkäufer darauf, dass sich die Situation wieder entspannt“, berichtet Pöltl.

Einschneidende Zinswende

Ursache für diese Entwicklung sei weder der Ukraine-Krieg noch die Inflation oder Energiekrise allein. „Was allen Kopfzerbrechen macht und alle trifft, sind vor allem die steigenden Zinsen“, sagt Pöltl. Diese Einschätzung teilt Christoph Lukaschek, Leiter der Investmentabteilung bei Otto Immobilien: „Die Zinswende war definitiv eine Gezeitenwende“, ist er überzeugt. So ist mit den steigenden Zinsen Fremdkapital für die Finanzierung von Immobilieninvestments deutlich teurer geworden, die gestiegenen Finanzierungskosten sind zurzeit teilweise höher als die Rendite.

„Immobilien werden in Wien mit drei Prozent gehandelt, das geht sich nicht mehr aus“, erklärt Lukaschek. Dazu kommen, so Pöltl, bei Fremdfinanzierungen ein höherer Eigenkapitalbedarf sowie eine raschere Tilgung. Nicht zuletzt gewinnen Investmentalternativen wieder an Attraktivität: Staatsanleihen etwa versprechen Lukaschek zufolge mittlerweile drei bis vier Prozent Zinsen.