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Buchtipps

Immobilien zum Nachlesen

Von Wiener Architekturpionierinnen des 20. Jahrhunderts über Bauernhäuser bis hin zu Interieur.

Was gibt es Neues zu Bauen und Wohnen, Haus und Garten? Die „Presse"-Immobilienredaktion empfiehlt Literatur für Architektur- und Interieruraffine – zum Schmökern, Lernen, Nachahmen, Gruseln und Schmunzeln.

Best of Interieur 2022


Ab auf die Couch und rein ins Schmökern – aber Achtung: Mit diesem Bildband kann das länger dauern. Hier finden sich nämlich 50 – von einer hochkarätigen Expertenjury prämierten – Projekte führender Innenarchitekten sowie ausgesuchte Produktlösungen. In Bild und Text gibt das Wohnbuch Einblicke in die privaten Häuser und Wohnungen, etwa in eine 645m2 große Villa in München, ein Apartment in Barcelona, ein Reihenhaus in New York oder einen großen Alpenhof, zum Träumen und als Anregung für eigene kleinere oder größere Umgestaltungsmaßnahmen. Detaillierte Beschreibungen der Innenarchitekten und viele Fotos zeigen die einzelnen Konzepte sehr anschaulich, kurze Beschreibungen und klein dargestellte Grundrisse ergänzen dieses.

Ute Laatz und Gesa Hansen, „Best of Interieur“, 336 Seiten, Callwey Verlag 2022, 62 Euro.Callwey Verlag

Pionierinnen der Architektur


Waltraud Blauensteiner, Ella Briggs, Helene Roth und Rosa Weiser zählen – wie viele andere auch – zur Riege der heimischen Architektinnen des 20. Jahrhunderts. Nach wie vor sind ihre architektonischen Leistungen kaum erforscht und ihre Namen weitestgehend unbekannt. Mit den Biografien dieser Frauen befassten sich die beiden Architektur- und Kunsthistorikerinnen Ingrid Holzschuh und Sabine Plakolm-Forsthuber im Rahmen eines Forschungsprojekts. Gemeinsam mit den Mitautorinnen gingen sie den Lebenswegen der Wiener Architektinnen nach. Ausbildung, berufliche Praxis und historische Hintergründe standen dabei im Fokus dieser interessanten Publikation.

Ingrid Holzschuh & Sabine Plakolm-Forsthuber (Hg.): „Pionierinnen der Wiener Architektur“, ab 34 €, Birkhäuser Verlag, 2022.Birkhäuser Verlag

Habitat. Tradition für den Wandel


Ob tropisch, trocken, gemäßigt, kontinental oder polar – in jeder Klimazone wurden jeweils passende, mitunter sehr unterschiedliche Bauformen entwickelt. Wie die verwendeten Materialien unterscheiden sich auch die Formen, Grundrisse und Ausprägungen, die aber eines gemein haben: Sie sind nachhaltig und ressourcenschonend. Das Buch bietet eine eindrucksvolle Sammlung vieler fast vergessener Kenntnisse und Methoden, sich dem örtlichen Klima und den vorhandenen Ressourcen anzupassen. Von Felsenwohnungen über Baumhäuser bis zu Erdpalästen werden dabei auch Alternativen zu Beton und Ziegelbau aufgezeigt, die zum Teil auch zeitgemäß adaptiert werden können, etwa der Lehmbau.

Catherine Souch und andere, „Habitat: Traditionelle Bauweisen für den globalen Wandel“, Edition Detail 2017, 99 EuroEdition Detail

Gärten des Jahres 2022


Spieglein Spieglein an der Wand, wer hat den schönsten Garten im ganzen Land? Jährlich stellen sich zahlreiche (Hobby)gärtner, Gartengestalter und -architekten aus Mitteleuropa dem Wettbewerb des Callwey-Verlags, die 50 schönsten werden von einer Jury gekürt und jeweils in einer Publikation gezeigt. So entsteht eine beeindruckende Vielfalt unterschiedlichster Privatgärten anhand inspirierender Farbabbildungen und aussagekräftiger Gartenpläne. Detaillierte Angaben zu Besonderheiten des Grundstücks, des Konzepts, der verwendeten Materialien und der Auswahl der Pflanzen runden die 50 Gartenporträts ab. Wer noch nicht genug hat: Im Februar 2023 erscheint bereits die Edition Gärten des Jahres 2023.

Dieter Kosslick und andere, „Gärten des Jahres 2022l“, 312 Seiten, Callwey Verlag 2022, 62 EuroCallwey Verlag

Gärten des Grauens


Zugegeben, es ist nicht ganz neu. Im Vergleich zu Hochglanz-Produkten kommt diese Weihnachtsedition auch eher karg daher. Doch Rolf Soltaus Fundus an Grusel ist ein würdiger Nachfolger der bereits herausgegebenen „Gärten des Grauens“, das vom unstillbaren Dekowahn auch in der stillen Jahreszeit eindrückliches Zeugnis ablegt. Festlich dekorierte Gebilde aus Schotter und Kies, mit blinkenden Nikoläusen, Rentieren und anderem dominieren die Seiten. Ob man das Buch als Diskussionsgrundlage für die eigenen Geschmacksvorlieben und ihre vielleicht verbesserungswürdigen Seiten nimmt, als Gesellschaftskritik auffasst oder einfach das Gruseln lernen möchte – für zarte Gemüter darf eine leichte Triggerwarnung ausgesprochen werden.

Ulf Soltau „Gärten des Grauens - die Weihnachtsedition“, 96 Seiten, Eichborn Verlag 2021, 11,50 EuroEichborn Verlag

Terrassenhaus, Werkgruppe Graz


Die im Jahr 1965 von der Werkgruppe Graz geplante Terrassensiedlung im Stadtteil St. Peter wurde von 1972 bis 1978 erbaut. Die Planer waren zum Teil Mitglieder der avantgardistischen Künstlervereinigung Forum Stadtpark, die sich gegen das verfestigte System des Wohnbaus, das nach deren Angaben von monotoner Gestaltung und Zersiedelung durch Einfamilienhäuser geprägt war, wandte. Internationale Anerkennung erlangte die Siedlung, die sich in vier terrassierten Blöcken aus Sichtbeton am Stadtrand erhebt, durch ihre brutalistische und skulpturale Erscheinung. „Gelebte Utopie“ liefert eine Sammlung von kritischen Texten über die Siedlung, mit Skizzen, Plänen und Fotografien.

Eugen Gross und Andrea Jany (Hg.) „architektur + analyse 9: Gelebte Utopie – Die Terrassenhaussiedlung der Werkgruppe Graz“, Broschur, 288 Seiten, ab 30 €, Jovis-VerlagJovis Verlag

weiter / nutzen Bauernhäuser


Bauernhäuser prägen Kulturlandschaften seit Jahrhunderten, so auch im deutschen Allgäu. Die Zukunft der Häuser ist jedoch vielerorts durch den Strukturwandel der Landwirtschaft bedroht. Die Publikation zeigt rund zwanzig besonders interessante Projekte, in denen die Altbausubstanz landwirtschaftlicher Gebäude auf vorbildliche Weise zu neuem Leben erweckt wurde. Studierende der Hochschule Augsburg erstellten Pläne vor und nach der Umbauphase der Hofstellen. Eine Historikerin, Architektinnen, Landschaftsplaner, Museumsleiter und ein ehemaliger Kreisbaumeister erörtern die Entwicklung und Perspektive der Baukultur, Typologie und Sanierungsmöglichkeiten. Ein Fachteil gibt praktische Ratschläge, dazu gibt es eine Bildstrecke mit neuen und historischen Fotos.

Florian Aicher, Wolfgang Huss, „weiter/nutzen. Umgebaute Bauernhäuser im Allgäu“, Edition Detail 2022, 49,90 Euro

Das Gründerzeithaus


Das Wiener Gründerzeithaus prägt die Stadt – und birgt doch auch nach 100 Jahren noch Überraschungen: Architekt Markus Swittalek beschreibt die Entwicklung in Form, Funktion und Konstruktion vom Revolutionsjahr 1848 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Typische Grundrisse und Bauterialien, Stilmittel, technische Beschaffenheit und bauklimatische Qualität werden ebenso aufgezeigt wie das wirtschaftliche Potenzial, das in dieser beständigen Bausubstanz ruht. Swittalek zeigt aber auch die Verantwortung, die Eigentümer und Immobiliendienstleister tragen, um die alte Substanz nachhaltig für modernes Wohnen und Arbeiten zu adaptieren Mit zahlreichen Beispielen und Abbildungen.

Markus Swittalek, „Das Gründerzeithaus. Bewahren - Restaurieren - Bewirtschaften“, 376 Seiten, Kral Verlag 2022, 42 EuroKral Verlag

Caramelbuch Vol. 3 - Das Nullversiegelungshaus

Im neuen Buch von den Wiener Caramel Architekten wurden im Rahmen einer Forschungsarbeit existierende Gebäude anhand eines beste­henden und eines neu entwickelten Tools auf den jeweiligen Versiegelungsgrad hin analysiert und ausgewertet. Ziel dieser Empirie ist es, Prototypen vorzustellen, die nicht nur versiegelungs­neutral, sondern versiegelungsmindernd wirken, sprich Häuser zu entwickeln, die allein durch ihre Existenz den Versiegelungsfaktor ihrer Umgebung verringern.

Caramel Architekten (Hg.): "Das Nullversiegelungshaus", 178 Seiten, Verlag für moderne Kunst, ab 35 Euro.Caramel Architekten