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Geschichte

Auch „kleine“ Polizisten waren NS-Verbrecher

Nach dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich bekam die österreichische Polizei neue Uniformen. Viele von ihnen waren seit Jahren Anhänger der NS-Ideologie.
Nach dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich bekam die österreichische Polizei neue Uniformen. Viele von ihnen waren seit Jahren Anhänger der NS-Ideologie.SZ Photo/picturedesk
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Das Innenministerium öffnet erstmals seine Archive für ein externes Forschungsteam. Es gilt, die Rolle der österreichischen Polizei in der NS-Zeit zu erforschen und anhand bislang unberücksichtigter Quellen neu zu beleuchten.

Der Anfang ist gemacht. Seit einem Jahr trägt ein Forschungsteam bestehendes Wissen zur Beteiligung der österreichischen Polizei an den NS-Verbrechen zusammen – und ergänzt oder revidiert es anhand einer Fülle an neuen Quellen. Denn erstmals hat das Innenministerium seine Archive für externe Historikerinnen und Historiker geöffnet.

Denkt man an die Exekutive im Nationalsozialismus, kommt einem die Gestapo, die Geheime Staatspolizei, nicht von ungefähr zuerst in den Sinn. Sie war als mächtige Institution für die Verhaftungen und Deportationen von politischen Gegnern, Jüdinnen und Juden sowie Roma und Romnja zuständig. Während die Gräueltaten der Gestapo vergleichsweise gut aufgearbeitet sind, fehlt es an Wissen über die Rolle der österreichischen Kriminal- und Ordnungspolizei sowie deren Ableger, die vor allem im Osten eingesetzten Bataillone. Hier war die Polizei etwa für Massenerschießungen verantwortlich.