Die Bayerische Landesbank zieht Probleme an - wie zuletzt die Hypo Alpe Adria. Seit Jahren macht sie mit negativen Schlagzeilen von sich reden. Aus der Fusion mit der Erste Bank ist zum Glück nichts geworden.
Wien/Höll. Am Mittwoch trifft sich die CSU-Führungsspitze im oberbayerischen Wildbad Kreuth zu ihrer traditionellen Klausurtagung. Ein Hauptthema werden dort einmal mehr die Probleme bei der Bayerischen Landesbank sein. An der Basis wächst der Unmut, denn im Aufsichtsrat der Bank sitzen hochrangige CSU-Politiker.
Die BayernLB sorgt seit Jahren für negative Schlagzeilen. Die Deutschen waren einst zweitgrößter Aktionär der Bawag, doch von den Milliarden-Spekulationsverlusten in der Karibik wollen sie nichts mitbekommen haben. Auch mit ihrem Engagement bei der Tiroler Sparkasse hatten die Bayern wenig Glück. Die Anteile wurden an die Erste Bank verkauft.
Nicht besser lief es bei der kroatischen Rjecka Banka, die in einen Betrugsfall verwickelt war. Die Bayern als Hauptaktionär behaupteten, davon nichts mitbekommen zu haben. Als sich die Lage zuspitzte, gaben sie die Bank für einen Euro an Kroatien ab.
Bayern sucht verzweifelt Käufer
Nach dem gleichen Muster gingen die Bayern bei der Hypo Alpe Adria vor. Für die Sanierung des Kärntner Instituts muss jetzt der österreichische Staat aufkommen. Auch mit zweitklassigen US-Immobilienkrediten setzte die BayernLB viel Geld in den Sand. Aktuell gibt es Probleme bei der Tochterbank in Ungarn. Nur mit milliardenschweren Unterstützungen durch den deutschen Steuerzahler konnte sich das Institut während der Finanzkrise über Wasser halten. Bayern will sich möglichst rasch von der Skandalbank trennen. Doch es ist derzeit aussichtslos, einen Käufer zu finden.
Was wenig bekannt ist: Mehrmals verhandelte die BayernLB mit Vertretern der Erste Bank über eine Fusion. Die bayerischen und österreichischen Sparkassen arbeiten schon seit Jahren zusammen. 2005 gab es erstmals die Idee, diese Verbindung zu vertiefen. Doch letztendlich legte sich Erste-Bank-Chef Andreas Treichl dagegen quer. Daraufhin sah sich die BayernLB nach einem anderen Übernahmeobjekt um und wurde bei der Kärntner Hypo fündig.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.01.2011)