Kulturpolitik

Burgtheater-Direktor Martin Kušej zieht Bewerbung zurück

PK BURGTHEATER ´SPIELEPLAN 2022/2023´ - KUSEJ
PK BURGTHEATER ´SPIELEPLAN 2022/2023´ - KUSEJ(c) APA/TOBIAS STEINMAURER
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Wer wird neuer Intendant oder neue Intendantin des Burgtheaters? Das wird morgen um 11 Uhr bekannt gegeben. Fix ist nun: Martin Kušejs Vertrag wird nicht verlängert.

Er wäre gern geblieben, doch schon seit Wochen wird spekuliert, dass der Vertrag von Burgtheater-Direktor Martin Kušej nicht verlängert wird. Nun hat Kušej selbst entschieden und seine Bewerbung zurückgezogen. „Meine Person und das gesamte Burgtheater wurden durch den späten und langwierigen Entscheidungsprozess zur Zukunft der Burgtheaterdirektion in eine unsägliche, das Haus schädigende Situation manövriert", heißt es in einem am Dienstag abgegebenen schriftlichen Presse-Statement. Grundlage für die Zukunft seiner Arbeit sei uneingeschränktes Vertrauen von Seiten des Eigentümers. „Dies ist offensichtlich nicht gegeben“, so Kušej. „Daher ziehe ich meine laufende Bewerbung zur Fortsetzung meiner Direktion mit sofortiger Wirkung zurück".

Nur noch zwei Namen auf der Liste

Die Entscheidung über eine Direktion ab Herbst 2024 solle vor Weihnachten getroffen werden, hatte es mehrfach geheißen. Nun ist auch bekannt, wann: Morgen, Mittwoch, um 11 Uhr wird Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) ihre Entscheidung präsentieren. Zuletzt war von einem Dreiervorschlag die Rede - auf dem auch Kušej gestanden sein soll.

Es kursierten die Namen Stefan Bachmann (inszenierender Intendant des Schauspiel Köln), Barrie Kosky, der die Berliner Komische Oper geleitet hat sowie Thomas Ostermeier, derzeit an der Berliner Schaubühne. Mayer wünsche sich, so heißt es, eigentlich eine Frau in der Direktion.

»„Meine Person und das gesamte Burgtheater wurden durch den späten und langwierigen Entscheidungsprozess zur Zukunft der Burgtheaterdirektion in eine unsägliche, das Haus schädigende Situation manövriert. Grundlage für die Zukunft meiner Arbeit als Direktor über meinen laufenden Vertrag hinaus ist uneingeschränktes Vertrauen von Seiten des Eigentümers. Dies ist offensichtlich nicht gegeben, daher ziehe ich meine laufende Bewerbung zur Fortsetzung meiner Direktion mit sofortiger Wirkung zurück.“ «

Martin Kušej

Martin Kušej trete nicht mit sofortiger Wirkung zurück, sondern habe die Absicht, seinen laufenden Vertrag zu erfüllen und die Saison 2023/24 wie vorgesehen weiter an der Spitze des Hauses zu stehen. Die nächste Burgtheater-Ära beginnt also im Herbst 2024. Das ist wenig Zeit für die Erstellung eines Spielplans.

(APA/Red.)

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