Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Porträt

Robert Ziegler: Eine steile Karriere in Blau-Gelb

Robert Ziegler wurde 2010 Chefredakteur, im Vorjahr Landesdirektor.
Robert Ziegler wurde 2010 Chefredakteur, im Vorjahr Landesdirektor.Picturedesk/Martin Juen
  • Drucken

Der ORF-Landesdirektor gerät durch Chats und Mails in die Bredouille. Seine Zuständigkeiten gab er am Montag ab – oder etwa doch nicht?

Sie ist durch und durch niederösterreichisch, die Laufbahn von Robert Ziegler, Direktor im ORF-Landesstudio in St. Pölten. Sie ist fast so blau und gelb wie die Phrasen in den ÖVP-Pressetexten zu „blau-gelben“ Jubelprojekten von Landeshauptfrau Mikl-Leitner. Abseits seines Geburtsorts Wien gibt es in Zieglers Biografie wenige Abzweigungen, die nicht irgendwo in Niederösterreich enden: Mit seiner Frau und acht Kindern lebt er in Tulln an der Donau.

Im ORF Niederösterreich ist er seit 1998 beschäftigt, nachdem er ein Musikstudium abgebrochen hat. Im Landesstudio war er Chef vom Dienst für die Radio-Nachrichten, „Niederösterreich heute“ moderierte er ab 2005. Chefredakteur wurde er 2010, im Vorjahr Landesdirektor.

Ziegler beschäftigt VfGH

Mitarbeiter beschreiben ihn als autoritär, freundlich, jedoch jähzornig – und streng katholisch. So streng, dass er 2011 dazu aufrief, den Massenmörder Anders Breivik nicht als „christlichen Fundamentalisten“ zu bezeichnen. Das Wort christlich stehe im Widerspruch zu einem Mord an mehr als 90 Menschen. Die umstrittene Anordnung schaffte es 2013 vor den VfGH, der Ziegler Recht gab. Darauf dürfte seither sein recht spezieller Zugang zu Journalismus gründen, der zugespitzt lautet: Was und wie berichtet wird, bestimme ich.

ORF-Landesdirektor Robert Ziegler hat seine Agenden "hinsichtlich der aktuellen Berichterstattung" an Ingrid Thurnher übergeben. Diese liegen aber eigentlich ohnehin bei Chefredakteur Benedikt Fuchs.
ORF-Landesdirektor Robert Ziegler hat seine Agenden "hinsichtlich der aktuellen Berichterstattung" an Ingrid Thurnher übergeben. Diese liegen aber eigentlich ohnehin bei Chefredakteur Benedikt Fuchs.APA/ROBERT JAEGER