Gastkommentar

Zehn Lehren aus der Rückkehr der Geschichte

(c) Peter Kufner
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Rückblick. Europa erlebt wieder einen altmodischen, imperialistischen Krieg. Das hätten viele noch vor einem Jahr nicht für möglich gehalten.

DER AUTOR

Richard N. Haass (geboren 1951 in Brooklyn) war Direktor der Planungsabteilung im US-Außenamt und Mitarbeiter des seinerzeitigen Außenministers Colin Powell. Seit 2003 ist er Präsident des Council on Foreign Relations. Er ist Verfasser zahlreicher Bücher, in Kürze erscheint: „The Bill of Obligations: The Ten Habits of Good Citizens“ (Penguin Press, Jänner 2023).

Kaum jemand wird 2022 vermissen. Das Jahr war bestimmt von einer hartnäckigen Pandemie, dem Klimawandel, galoppierender Inflation, sich verlangsamendem Wirtschaftswachstum und vor allem dem Ausbruch eines kostspieligen Krieges in Europa und der Sorge über womöglich bald in Asien ausbrechende gewaltsame Konflikte. Einiges davon war zu erwarten; vieles nicht. Und alles legt Lehren nahe, die wir auf eigene Gefahr ignorieren.

Erstens ist der Krieg zwischen Ländern, den eine ganze Reihe von Wissenschaftlern für ein Ding der Vergangenheit hielten, nichts dergleichen. Was wir derzeit in Europa erleben, ist ein altmodischer, imperialistischer Krieg, in dem der russische Präsident, Wladimir Putin, versucht, die Ukraine als souveränen, unabhängigen Staat auszutilgen. Er will sicherstellen, dass ein demokratisches, marktorientiertes, an engen Beziehungen zum Westen interessiertes Land entlang Russlands Grenzen nicht erfolgreich bestehen kann, und ein Beispiel setzen, das sich für die Russen als ansprechend erweisen könnte.

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