Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Interview

Zumtobel-CEO Felder: „In den USA wachsen wir überproportional“

Die Lichttechnik der Münchner Allianz-Arena stammt von Zumtobel. Zu den Kunden der Vorarlberger zählt auch der VfB Stuttgart.REUTERS
  • Drucken

Zumtobel-CEO Alfred Felder erklärt, warum die Energiekrise dem Lichttechnik-Konzern „sogar eine kleine Sonderkonjunktur bescheren könnte“.

Die Presse: Die hohen Energiepreise sind für ein Lichttechnik-Unternehmen wie Zumtobel vermutlich ein allumfassendes Thema. Wo trifft Sie die Krise am stärksten?

Alfred Felder: Natürlich spüren wir spätestens seit Beginn des Ukraine-Kriegs die gestiegenen Zinsen und vor allem die gewaltigen Kosten für Materialien, die wiederum auf die sehr hohen Energiepreise zurückzuführen sind. Wir merken, dass weniger in Neubauten investiert wird. Allerdings ist Zumtobel ein Spätzykliker. Wir sind also momentan mit vollen Auftragsbüchern unterwegs. Aber das liegt auch daran, dass wir Lieferprobleme bei Schlüsselkomponenten hatten, also etwa bei Halbleitern. Es hat sich deshalb ein Rückstau gebildet, den wir jetzt abarbeiten.

Aber wird nicht Licht nun auch als großer Stromverbraucher identifiziert?

Licht ist zwar nicht der größte Stromverbraucher, aber immerhin sind 16 bis 18 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs mit Licht verbunden. Hinzu kommt, dass in den meisten Ländern 50 bis 80 Prozent des Lichts aus konventionellen Lichtquellen kommen.

Also nicht aus LED-Leuchtmitteln.

So ist es. Und wir merken, dass zwar weniger gebaut wird, aber viele Unternehmen ihre Lichtsysteme auch im Hinblick auf Energieeffizienz und CO2-Abdruck modernisieren.

Wie schnell amortisiert sich so eine Investition?

Mit einer LED-Lösung ersparen sich Kunden bis zu 70 Prozent Strom. Durch die hohen Strompreise rechnet sich ein Austausch relativ schnell, mitunter amortisiert sich diese Investition innerhalb eines Jahres.

Aber tatsächlich sind doch viele Unternehmen aufgrund der Unsicherheit eher im Stand-by-Modus.

Natürlich sehen auch wir eine Eintrübung der Konjunktur, vor allem in den zentraleuropäischen Ländern. Aber in den USA wachsen wir bereits wieder überproportional. Auch in Asien. Zudem hat sich zumindest konjunkturell einiges besser entwickelt, als zu Beginn des Ukraine-Kriegs befürchtet worden ist. Ich wage sogar zu behaupten, dass uns bei Zumtobel die Energiekrise möglicherweise eine kleine Sonderkonjunktur bescheren könnte.

Wie das?