Risikokapital

Das Fiasko der jungen Tech-Lieblinge

Klarna, Bitpanda und Co. mussten zuletzt massiv Jobs abbauen.
Klarna, Bitpanda und Co. mussten zuletzt massiv Jobs abbauen. Bloomberg
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Keine Profite, keine Finanzierung. Weltweit bauen Start-ups Tausende Jobs ab und verlieren rapide an Wert. Österreichs Firmen könnten mit einem blauen Auge davonkommen.

Wien. Der jahrelange Höhenflug der umjubelten Tech-Start-ups ist vorerst vorüber. Steigende Zinsen, fallende Börsenkurse und die generelle Eintrübung der Konjunktur haben 2022 auch viele etablierte Branchengrößen kalt erwischt. Milliarden-Dollar-Kaliber wie der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna oder der US-Lieferservice Instacart sind in der Gunst der Investoren massiv gesunken und mussten deutliche Abwertungen hinnehmen. Ähnlich Amazon oder Meta, die großen Vorbilder aus dem Silicon Valley, reagierten auch die neuen Lieblinge der Szene mit drastischen Kosteneinsparungen und dem Abbau von bis zu einem Drittel der Mitarbeiter auf die neue Realität.

In Österreich ist die Lage nicht besser. Beim Wiener Nachhilfe-Start-up Go-Student, das sich erst im Jänner 2022 dank einer großen Finanzierungsrunde auf einen Firmenwert von drei Milliarden Euro gehievt hat, wackeln derzeit Hunderte Jobs. Die Kryptobörse Bitpanda, Österreichs erstes Unicorn, musste ebenfalls Hunderte Mitarbeiter abbauen. „Weltweit ist die Goldgräberstimmung des Boom-Jahres 2021 der Ernüchterung gewichen“, sagt Florian Haas von EY Österreich. Nach Jahren, in denen Geld quasi umsonst zu haben war und die Bewertungen wie von selbst nach oben geschossen sind, stehen Risikokapitalgeber seit Mitte 2022 deutlich auf der Bremse.


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