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Stadtleben

Das kleinste Neujahrskonzert der Welt

Im kleinen Kabinett daheim: Julia Kainz, Judith Waldschütz und Silvester Janiba (v. l.).
Im kleinen Kabinett daheim: Julia Kainz, Judith Waldschütz und Silvester Janiba (v. l.).Jana Madzigon
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Das Wiener Kabinettorchester bringt Donauwalzer und Radetzkymarsch in die Vorstadt – und die Fledermausquadrille als Kurs ins Wohnzimmer.

Er wäre, sagt Silvester Janiba, ja gern bei den Wiener Philharmonikern, einige seiner ehemaligen Schulkollegen spielen auch tatsächlich dort. Aber leider: Er spielt Akkordeon. Ein Ausschlussgrund. Für Silvester Janiba allerdings kein Grund, nicht trotzdem Neujahrskonzerte zu spielen. Oder, wie er es nennt: Das „kleinste Neujahrskonzert der Welt“.

Das erste Minineujahrskonzert spielte Janiba schon vor 20 Jahren: bei einem Wirt im zweiten Bezirk, der sich ein solches wünschte und seinen Gästen kurzerhand erklärte, es gebe währenddessen kein Essen, damit er zuhören könne. Inzwischen hält man bei elf Konzerten in neun Tagen. Aufführungsorte: eine kleine Pizzeria, ein Konzertsaal in Hernals, die Bibliothek in Simmering oder auch das Weinviertler Schloss Jedenspeigen. Manchmal spielt man abends, manchmal als Matinée, manchmal zu Sekt, Gulasch oder Würsteln.

Gespielt wird das Programm der Philharmoniker (natürlich mit Donauwalzer und Radetzkymarsch), ergänzt um ein paar Operettenstücke und Wienerlieder. Das sei, sagt Janiba, in Wien etwas ganz Spezielles: „Alle sozialen Schichten kennen diese Musik, vom kleinsten Arbeiterbeisl bis zu den intellektuellen Juristen, und alle wissen: gefällt oder gefällt nicht, ist gut oder nicht gut.“ Aus Janibas ursprünglichem Männertrio ist mittlerweile „ein Damenorchester“ geworden (was er in der Zusammenarbeit durchaus zu schätzen weiß). Das Wiener Kabinettorchester besteht dabei aus der kleinsten möglichen Besetzung eines Salonorchesters – und spielt schon im Namen mit seiner Winzigkeit.