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Interview

Rainald Grebe: „Ich suche das Komische“

Rainald Grebe
»Die wollen mich noch einmal sehen, bevor ich abnippel«, sagt Rainald Grebe über seine Fans.Marcus Wend
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Der deutsche Liedermacher, Kabarettist und Künstler Rainald Grebe leidet unter einer seltenen Autoimmunerkrankung, die ihm regelmäßig Schlaganfälle beschert. Warum er im neuen Jahr trotzdem in Wien auf der Bühne stehen will, Jan Böhmermann nicht witzig findet und seinen umstrittenen Indianer-Kopfschmuck noch nicht ganz eingepackt hat.

Herr Grebe, im Jahr 2014 wurde bei Ihnen eine seltene Autoimmunerkrankung diagnostiziert, die regelmäßig Schlaganfälle verursacht. Ihren ersten hatten Sie 2017, vergangenen Jänner wieder einen. Warum stehen Sie 2023 noch auf der Bühne?

Rainald Grebe: Das Komische ist, dass ich vieles machen kann. Gerade bin ich gesund. Aufzuhören ist eine Option. Dieses Wiederaufstehen und machen, was ich kenne, fand ich bis jetzt aber am besten.

Wie sehen das Ihre Ärzte?

Die haben gesagt: Arbeiten ist schon gut, natürlich in Maßen. Das Problem ist, keiner weiß was, auch nicht die großen Kittel von der Charité. Es ist vermutlich eine Winterkrankheit. Es gibt Leute, die sich zuballern mit Medikamenten. Ich habe überlegt, im Winter nach Málaga oder nach Afrika zu fahren. Aber jetzt arbeite ich weiter.

Haben Sie sich als Künstler verändert?

Als Mensch.

Sie haben einmal gesagt, Sie haben jetzt einen Hut mit der Aufschrift „Patient“ auf.

Ich bin mit Medikamenten vollgepumpt, torkle herum. Die Zeiten, in denen ich wach bin, sind reduziert. Ich bin zu einem guten Teil im Krankenhaus, das ist ziemlich eklig. Da werden Zugänge gelegt, Spritzen, Blut. Das ist jetzt die normale Welt für mich. Aber ich halte mich auch in der anderen, der gesunden Welt auf. Stehe vom Krankenbett wieder auf und gehe auf die Bühne. Die Krankheit macht, dass ich in Liedern und Texten suche. Ich fordere das ein, dass man den Tod in die Arbeit einbaut, das beschwert auch.

Zu ihrem Fünfziger sind Sie fünf Stunden auf der Bühne gestanden. Geht das heute noch?

Das jüngste Programm ist kürzer geworden. Aber ich denke schon mit Grausen dran: die Bühne, so groß? Wenn ich da rumwackle? Es wird auf jeden Fall heftig werden.

Sie haben bereits während des Zivildiensts in der Psychiatrie Ihr erstes Material gesammelt. Ist dieser neue Abschnitt Ihres Lebens nun auch Material?