Arbeit. 9,4 Prozent der Amerikaner sind ohne Job. Eine große Zahl an Arbeitslosen strömt heuer auf den Markt.
Wien/Reuters. Gemischte Gefühle löste die Bekanntgabe der aktuellen Daten vom US-Arbeitsmarkt unter den Ökonomen aus. Die seit Ausbruch der Wirtschaftskrise von hoher Arbeitslosigkeit geplagte Volkswirtschaft schaffte im Dezember 103.000 neue Jobs. Dieser Wert lag unter den Erwartungen – Analysten rechneten im Schnitt mit 175.000 neuen Stellen. Trotzdem ging die Arbeitslosigkeit von 9,8 auf 9,4 Prozent zurück.
Die US-Wirtschaftsforscher korrigierten nämlich gleichzeitig auch ihre Daten für November und Oktober. In diesen beiden Monaten wurden nun um 70.000 mehr Jobs geschaffen als bisher angenommen. „Ich würde die Daten als Zeichen dafür werten, dass die Wirtschaft in Schwung kommt“, sagte Oliver Pursche vom Vermögensverwalter Gary Goldberg Financial Services.
Weniger Optimismus versprühte hingegen Ben Bernanke. Der Zentralbank-Chef bestätigte, aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit jedenfalls an der lockeren Geldpolitik festhalten zu wollen. Die Federal Reserve hatte Ende 2010 beschlossen, Staatsanleihen um zumindest 600 Mrd. Dollar zu kaufen. „Die Erholung setzt sich fort, allerdings mit einem zu geringen Tempo, um die Arbeitslosenquote signifikant zu reduzieren“, sagte Bernanke.
Das Problem: Viele haben die Jobsuche im Vorjahr aufgegeben. Im Dezember umfasste das Heer der Hoffnungslosen 1,32 Millionen. Ein Teil von ihnen dürfte nun wieder Mut schöpfen und bald auf den Arbeitsmarkt strömen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.01.2011)