Gene Sperling: Ein „Clintonite“ als Einflüsterer

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Gene Sperling bdquoClintoniteldquo Einfluesterer(c) AP (Susan Walsh)
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Gene Sperling sucht als wirtschaftlicher Chefberater den Ausgleich.

Washington. Barack Obama geht mit frischem Schwung und neuem, zugleich aber altbekanntem Personal ins neue Jahr. Beflügelt vom vorsichtigen Optimismus, zu dem die jüngsten Wirtschaftsdaten verleiten, und günstigen Prognosen führender Ökonomen wie dem Notenbanker Thomas Hoenig präsentierte der US-Präsident bei einem Besuch einer Fensterfabrik in Maryland den neuen Kopf seines Wirtschaftsteams.

Als Vorsitzender des im Weißen Haus angesiedelten Nationalen Wirtschaftsrats wird Gene Sperling der wichtigste ökonomische Einflüsterer Obamas. Wie sein Vorgänger, Ex-Finanzminister Larry Summers, ist er ein „Clintonite“, ein Veteran der Clinton-Ära. Der 52-Jährige ist übrigens ein „Christkind“, der gerade am 24. Dezember seinen Geburtstag feierte. In der zweiten Amtsperiode Bill Clintons hatte er bereits denselben Posten inne, den er auch jetzt wieder ausfüllen wird.

Erfolg mit Sparprogramm

Das drastische Sparprogramm trug maßgeblich seine Handschrift. Am Ende der Regierungszeit verzeichnete Clinton sogar ein Haushaltsplus von mehreren hundert Millionen Dollar – angesichts eines Rekorddefizits von 1,3 Mrd. kann Obama davon freilich nur träumen.

War Sperling damals mit den drakonischen Sparplänen der Republikaner konfrontiert, hat er heute ein Déjà-vu. Die neue republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus zieht mit einem rigorosen Sparstift in die Budgetschlacht: Sie ortet ein gigantisches Sparpotenzial von 100 Mrd. Dollar.

Sperling, der in der Zwischenzeit als Konsulent für Goldman Sachs gearbeitet und Hollywood-Diva Angelina Jolie bei ihren Unicef-Projekten beraten hatte, heuerte in der Obama-Ära als Stabschef von Finanzminister Timothy Geithner an. In dieser Funktion hat er zuletzt den Kompromiss über die Verlängerung der Steuererleichterungen aus der Bush-Ära ausgeheckt. Dies verschaffte ihm gleich ein gutes Entree ins Lager der Opposition.

Die Wirtschaft äußerte sich positiv zu den Obama-Ernennungen. Auch Stabschef Bill Daley verfügt über exzellente Wirtschaftskontakte. In einer Rede vor der Handelskammer wird Obama demnächst den Ausgleich signalisieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.01.2011)

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