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Pizzicato

Bruderzwist im Hause Windsor

Harry schildert, wie Hitzkopf William ihn im Streit um Meghan am Kragen gepackt und niedergestoßen hat, sodass er im Hundenapf gelandet ist.

An den Haaren ziehen, zwicken, beißen, kratzen, boxen, schubsen, schlagen: Unter Geschwistern sollen derlei Dinge in jüngeren Jahren mitunter vorkommen, um Eifersüchteleien zu regeln oder schlicht den Willen durchzusetzen. Später lernen sie, dass Worte stärker verletzen und länger haften als ein blauer Fleck.

Nicht anders muss es sich beim Bruderzwist im Hause Windsor zugetragen haben – zuletzt freilich 2019, als beide bereits in ihren Dreißigern waren. Dabei waren die Brüder durch den frühen Unfalltod ihrer Mutter eng zusammengerückt. Mit der Hochzeit des Zweitgeborenen traten aber die Rivalitäten zwischen William, dem Erben, und Harry, der Reserve und Nummer zwei, hervor. Im Englischen heißt es reimtechnisch schöner: „The heir and the spare.“

„The Spare“ lautet der Titel von Harrys Memoiren. Da sie in Spanien früher auf den Markt gekommen sind, prügeln sich Londons Zeitungen nun um die saftigsten Schlagzeilen. So schildert Harry, wie Hitzkopf William ihn im Streit um Meghan – er gilt nicht als Fan seiner US-Schwägerin – am Kragen gepackt und niedergestoßen hat, sodass er im Hundenapf gelandet ist. Vermutlich ist Harold, wie ihn sein Bruder nennt, besser beraten, der Krönung seines Vaters im Mai fernzubleiben. Sonst taucht am Ende noch der Kronprinz mit blauem Auge und blutiger Nase in der Westminster Abbey auf.

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.01.2023)