Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Film

In „Unruh“ bestimmen die Uhren, wie wir ticken

Präzisionsarbeit – auch in Bezug auf die Zeiteinteilung. Uhrmacherei in Cyril Schäublins „Unruh“.
Präzisionsarbeit – auch in Bezug auf die Zeiteinteilung. Uhrmacherei in Cyril Schäublins „Unruh“.Filmgarten
  • Drucken

Als Zeit noch nicht in Stein gemeißelt war: In seinem Film „Unruh“ begibt sich der Schweizer Regisseur Cyril Schäublin auf die Spur der industriellen Uhrenherstellung im 19. Jahrhundert – und erkundet auch die Anfänge des Anarchismus. Im Kino.

Die junge Frau freut sich. Sie hat gewonnen, bei der Tombola. Und ihr Preis hat es in sich: Ein Wecker. „Ein sehr nützliches Ding!“, findet sie. „Endlich werden Sie es schaffen, aufzuwachen“, scherzt ihr Gegenüber: „Wie konnten Sie davor nur ohne Wecker leben?“ Er habe schon recht, meint die Frau darauf: So oder so sei sie bisher jeden Tag zur gleichen Zeit munter geworden.

Doch ein Wecker hilft einem nicht dabei, aufzustehen – sondern dabei, dies rechtzeitig zu tun. Was aber ist die rechte Zeit? Wer bestimmt sie? Die Umwelt, der Gang der Planeten? Das Volk? Der Staat? Die Wirtschaft? Dass die Reglementierung des Zeitenlaufs – wie die Bestimmung von Grenzen und Gebieten – einst Konflikte befeuerte und Verhandlungen forderte, wird uns heute nur selten ins Bewusstsein gerufen. Eben das versucht Cyril Schäublin in seinem Film „Unruh“, der vergangenes Jahr in der Berlinale-Sektion Encounters den Regiepreis gewann und nun in heimischen Kinos zu sehen ist.