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Pizzicato

Ringkampf im Kapitol

Im altehrwürdigen Kapitol in Washington kam es zu mitternächtlicher Stunde im internen Showdown der Republikaner beinahe zu Handgreiflichkeiten.

In manchen Parlamenten Süd- und Osteuropas und in jungen Demokratien geht mit den Volksvertretern – meist männlich – gelegentlich das Temperament durch. Statt mit Argumenten tragen sie den Konflikt mit Fäusten aus. Wo die Abgeordneten mit ihrem Latein am Ende sind, bricht sich der griechisch-römische Stil Bahn.

Im altehrwürdigen Kapitol in Washington, wo dieser Tage der Schrecken an die Randale und Gewaltexzesse vor zwei Jahren zurückdrängte, kam es just am Jahrestag des Krawalls zu mitternächtlicher Stunde im internen Showdown der Republikaner beinahe zu Handgreiflichkeiten. Ein Gefolgsmann Kevin McCarthys wollte Matt Gaetz, dem Rädelsführer der Gegner, an den Kragen gehen.

Die Partei entschied nun, die politische Auseinandersetzung künftig als Ultima Ratio im Freistilringen zu führen. Auch das gute alte Tauziehen und Boxen standen zur Debatte, wurden aber letztlich verworfen – zu zahm das eine, zu brutal das andere. Mit Jim Jordan, dem erzkonservativen Abgeordneten und Trumpisten, steht als früherer Ringer und Excoach im College-Ringerteam ein Mann vom Fach als Schiedsrichter für den Schaukampf McCarthy versus Gaetz bereit. Das wäre auch ganz nach dem Geschmack und zum Gaudium Donald Trumps. Mit Wrestling kennt er sich aus, mit Beinstellen und Aufs-Kreuz-Legen ist er groß geworden. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2023)