Wenn sich der Spaß aufhört

In der Sache haben Obamas Gegner völlig recht. Doch eine Blockade des Schuldenlimits ist verantwortungslos.

Auch wenn John Boehner nicht immer sympathisch wirken mag: Häufig gibt der amerikanische Oppositionsführer kluge Dinge von sich. Etwa wenn er Barack Obama vorwirft, sein Land durch das ständige Aufnehmen weiterer Schulden an den wirtschaftlichen Abgrund zu führen.

Die USA steuern auf eine Verschuldung von 100 Prozent der Wirtschaftsleistung zu. Noch genießen sie den Ruf, der verlässlichste Schuldner der Welt zu sein. Doch wenn sich die Gläubiger erst einmal Sorgen machen und keine Staatsanleihen mehr kaufen, brennt der Hut. Die Republikaner haben deshalb zu Recht die Reduzierung der Staatsschuld als oberste Priorität ausgegeben. Mit der Drohung, das Schuldenlimit von 14,3 Billionen Dollar nicht weiter anzuheben, schießen sie aber über das Ziel hinaus. Die US-Staatsschuld liegt bei 13,95 Billionen. Selbst ein gigantisches Sparprogramm würde das Erreichen des Limits bestenfalls um ein paar Tage verzögern.

Deshalb gießt die Opposition mit ihrer Drohung nur unnötig Öl ins Feuer. Im Interesse der Weltwirtschaft ist es keinesfalls, wenn die USA offen über eine mögliche Zahlungsunfähigkeit sprechen müssen. Also, ihr Republikaner: Versucht bitte weiterhin, das Schuldenmachen Obamas zu stoppen – aber verliert dabei nicht jegliches Verantwortungsbewusstsein!

stefan.riecher@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.01.2011)

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