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"Presse"-Interview

"Grotesk": SPÖ kontert nach Koglers Klima-Kritik

20221221 Ministerrat WIEN, OESTERREICH - DEZEMBER 21: Vizekanzler Werner Kogler (Gruene) beim Pressefoyer nach dem Mini
IMAGO/SEPA.Media
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Werner Kogler wähnte Hans Peter Doskozil im „Presse“-Interview klimapolitisch „auf alten Pfaden“ und stellte auch die Bundes-SPÖ ins Eck der Öko-Bremser. Vor allem aus dem Burgenland folgte darauf heftige Kritik.

Mit der SPÖ an der Macht wäre es klimapolitisch auch nicht besser, im Gegenteil sogar: Das erklärte, kurz zusammengefasst, Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) im Interview mit der „Presse am Sonntag“. Kogler behauptete darin, die SPÖ würde „beim Klimaschutz oft aufseiten der Bremser stehen“, und in der aktuellen Energiekrise „erleben wir einen besonderen Rückfall“. Das Brisante daran: Die türkis-grüne Koalition benötigt in den kommenden Monaten aufgrund der erforderlichen Zweidrittelmehrheit bei mehreren Energieprojekten die Zustimmung der Roten im Parlament. Und: Insbesondere Burgenlands Landeshauptmann, Hans Peter Doskozil (SPÖ), würde, so Kogler, hier „auf alten Pfaden treten“.


Im Burgenland will man das nicht so stehen lassen: „Es ist doch nur noch verrückt und geradezu grotesk, dass er uns ins Beton-Eck stellt, dabei muss man sich nur die Zahlen anschauen“, sagte Burgenlands SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst zur „Presse“. Fürst verweist auf Daten, laut denen nur Niederösterreich mehr Energie mit Windrädern produziert. In Relation zur Einwohnerzahl ist das Burgenland in der Statistik weit vorn, insgesamt kam im Jahr 2021 kam mehr als ein Drittel der österreichischen Windenergie aus dem Burgenland.
Ähnlich sei es in puncto Sonnenstrom: „Im Jänner eröffnen wir in Nickelsdorf die mit Abstand größte Fotovoltaik-Anlage Österreichs, die versorgt 44.000 Haushalte“, sagt Fürst. Man habe Förderungen für den Ausstieg aus fossilen Systemen erhöht und den Erneuerbaren-Ausbau durch eine Reform für mehr landespolitischen Spielraum beschleunigt. „So viel muss der Vizekanzler in seiner verbleibenden Amtszeit erst einmal umsetzen“, sagte Fürst.